Pfarrer Stefan Köttig
Gott nahe zu sein ist mein Glück (Psalm 73 Vers 28)

Predigten im Monat Oktober 2018


Predigt über Jeremia 29,1.4-7.10-14 am 21. Sonntag nach Trinitatis in Altenstein


Da sitzen sie und schauen gebannt auf den Mann, der vor ihnen steht. Eine weite Reise liegt hinter ihm. Er bringt Nachrichten aus der Heimat, einen Brief des Propheten Jeremia. Alle sind sie gekommen, um die Botschaft zu hören, was er ihnen schreibt. Nachrichten aus Jerusalem. Es zerreißt ihnen das Herz, wenn sie an die Heilige Stadt denken denken. Ob sie die Stadt jemals wieder sehen? Oder das, was von ihr übrig geblieben ist? Nach dem verlorenen Krieg, nach dem Aufstand und der unbarmherzigen Strafe, die über die Stadt, ihre Bewohner und ihrem König verhängt wurde? Ach, hätten sie doch alles beim alten gelassen. Ach, wären sie doch still und bescheiden geblieben. Als Vasallen der heidnischen Großmacht konnten sie immerhin noch ihr vertrautes Leben führen. Sie hatten den Tempel. Sie hatten einen König. Sie hatten ihr Leben und ihre Heimat. Aber Zedekia, ihr junger König, war ehrgeizig. Und er hörte auf die falschen Leute. Er wagte den Aufstand - und verlor. Schlimme Bilder haben sich eingebrannt in das Gedächtnis der Großen, der Priester und Propheten, der Ältesten und allen, die Verantwortung trugen. Die Familie des Königs wurde regelrecht abgeschlachtet. Zedekia wurden die Augen ausgestochen. Das letzte, was sie sehen sollten, war der Tod seiner Söhne. Die wurden einer nach dem anderen vor den Augen des Königs hingerichtet. Dann wurde er in Fesseln gelegt und abgeführt. Jetzt leben sie in der Verbannung, in Babylon. Fragen über Fragen treiben sie um. Wie sollen sie damit umgehen, dass sie ihre Freiheit verloren haben. Hat sich Gott von ihnen abgewandt? Sie haben nicht nur ihreFreiheit verloren. Sie haben vor allem ihren Frieden verloren. Und so lauschen sie gebannt, was Jeremia ihnen schreibt. Hören wir, was er ihnen zu sagen hat:

 

Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte … So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.  Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen. (Lutherbibel 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft, Stuttgart)

 

 

Ein Wort aus diesem langen Brief lässt mich aufhorchen. „Suchet der Stadt Bestes“ schreibt Jeremia. „Betet für sie , denn wenns ihr wohl geht,geht, so geht’s auch euch wohl.“Die Stadt, um deren Wohl sie sich sorgen sollen, ist Babel - die Stadt mit den fremden unheimlichen Göttern und den Menschen, die sie als Feinde ansahen. Babel ist der Ort, an dem sie leben sollen. Sie sollen sich einrichten, Häuser bauen, Gärten pflanzen, sesshaft werden. Wer ein Haus  gebaut hat, lebt nicht auf Abruf. Er richtet sich ein, schlägt Wurzeln. Heiraten sollen sie und ihre Kinder sollen Söhne und Töchter zeugen. Die werden dann Babel als ihre Heimat ansehen. Ich muss in diesem Zusammenhang an meine Familie denken. Meine Großeltern väterlicherseits wurden nach dem Krieg aus dem Sudetenland vertrieben. Sie haben in Erlangen ein neues Zuhause gefunden. Ich selbst bin dort geboren worden und aufgewachsen. Ich käme nicht im Traum auf die Idee, das Sudetenland als meine Heimat anzusehen. Meine Großeltern haben geseufzt, wenn ich die Augen verdreht habe, weil sie wieder mal ihre Geschichten aus der alten Heimat erzählten. Ich konnte und wollte sie einfach nicht mehr hören. Vielleicht haben die Ältesten bei den Prophetenworten gleichfalls geseufzt. Ist die alte Heimat nicht restlos verloren, wenn man sich Häuser baut in einem Land, in dem man freiwillig niemals hätte leben wollen? Und noch etwas wird ihnen recht deutlich gesagt. Der heidnische König ist nicht der böse Feind, der ihren Hass verdient. Er ist das Werkzeug Gottes. Gott selbst hat sein Volk durch ihn in die Fremde geführt. Deshalb ist auch der Ort, an dem sie jetzt leben, an sich kein schlechtes Land, die Menschen darin sind nicht schlechter als die anderen. Im Gegenteil. Schließt Frieden. Das ist eine der Botschaften aus diesem Brief. Vielleicht könnte man sagen: „Versöhnt euch mit der Situation, in die ihr euch selbst gebracht habt. Und trauert nicht nach dem, was ihr verloren habt. Sorgt euch viel mehr darum, dass das Leben gelingt, das ihr jetzt führt. Sorgt dafür, dass der Friede in dieser Stadt wohnt.“

 

Allerdings ist das nicht die einzige Botschaft, die der Prophet für sie im Auftrag Gottes bereit hält. Es gibt auch einen Ausblick. Ich meine jetzt nicht den Hinweis, dass nach siebzig Jahren eine Heimkehr in Aussicht gestellt wird. Nebenbei - auch da wird Gott sich eines Heiden bedienen, des Perserkönigs Kyrus, der die Erlaubnis zur Heimkehr geben wird. Es ist Gott, der den Zeitpunkt zur Heimkehr bestimmen wird. Die Zeit davor ist eine Zwischenzeit, wenn auch eine sehr lange, so lange, dass sich der Bau von Häusern lohnt, dass sich das Engagement lohnt, das Pflanzen von Gärten, das Ziehen von Früchten, die Gründung von Familien. Die Zwischenzeit soll gefüllt sein von Arbeit und nicht von Müßiggang, auch nicht von frommen Müßiggang. Diese Zwischenzeit darf aber erfüllt sein von der frohen Hoffnung, ja, der Gewissheit, dass Gott Gedanken des Friedens für sein Volk hegt und nicht des Leides. Die Zwischenzeit soll ausgefüllt werden durch eine lebendige Beziehung zum Gott Israels. Diese Beziehung lebt durch das Gebet, durch den Gottesdienst, also durch das Auf - Suchen des einen Gottes, der sich Finden lassen will.  

 

Es mag sein, dass Gottes Volk sich von seinem Gott entfernt hat, es mag sein, dass Gottes Volk in seiner langen Geschichte vergessen hat, nach seinem Willen zu fragen, auf sein Wort zu hören. Aber Gott hat Gedanken des Friedens. Diese Zeit in der Fremde ist keine Zeit der Gottesferne. Es ist die Zeit der Beziehungspflege, des gelebten Glaubens, der Vertiefung, der Umkehr, der Buße. Die Zeit in Babylon soll das Volk also nützen, um wieder zu seinen Gott zu finden, ein Gott, der auf sein Volk wartet, um ihnen Zukunft und Hoffnung zu geben. Es ist die Zeit, in der sich das Volk auf seinen Gott besinnen soll, das Gespräch mit ihm wieder aufnehmen soll, um sich auf diese Weise für die Heimkehr zu rüsten. 

 

Wir hören dieses Wort des Propheten an einem besonderen Sonntag. Heute wählen wir einen neuen Kirchenvorstand in unserer Gemeinde. Gemeinsam wollen wir entscheiden, welche Wege wir gehen, wie die Gemeinde vor Ort Gestalt annehmen soll. Ist das nicht auch ein Zeichen für die Sesshaftigkeit in dieser Welt - dass wir der Kirche vor Ort ein Gesicht geben, Entscheidungen treffen, die in die Zukunft weisen, nicht nur, was den Bestand der Gebäude betrifft, sondern auch, wenn wir miteinander danach fragen, was zu tun ist, um die Substanz der Gemeinde zu erhalten, um den Glauben lebendig zu halten. Wir tun es im Zwischenzustand. Wir warten auf das Reich Gottes, jeden Sonntag bekennen wir, dass Christus kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten. Aber in der Zwischenzeit heiraten die Kinder, werden die Enkel geboren, sind wir sesshaft geworden und suchen der Stadt Bestes, in der wir leben. All diese Bemühungen sind Ausdruck eines lebendigen Glaubens. Wir wissen, dass wir hier keine bleibende Stadt haben, dass wir einer Zukünftigen entgegen gehen. Bei jedem Abschied werden wir daran erinnert. Das entbindet uns aber nicht von den Aufgaben und Verpflichtungen zur Fürsorge, dass das Leben in dieser Welt gelingt. Wir tun es im Vertrauen, dass Gott Gedanken des Friedens für uns hat. Unser Leben soll gelingen. Lasst uns in diesem Vertrauen leben und den Wandel der Zeit voll Zuversicht gestalten, es ist ein lebendiges, hoffnungsvolles Warten auf den, der da kommt. Die Zeit bis dahin gilt es aber zu nützen.  Amen.

 

Pfarrer Stefan Köttig, Altenstein, 21.10.2018 




Predigt über 1. Timotheus 4,4-5 zum Erntedankfest in Altenstein und Hafenpreppach (7.10.2018)

Schreiben Sie sich auch Merkzettel? Ich verwende am liebsten die kleinen, viereckigen. Am besten selbstklebend!  Gut für mich sichtbar sind sie angebracht: auf der Schreibtischablage, beim Schlüsselkasten oder am Küchenschrank. Kurze Texte stehen drauf:  wen man anrufen soll, dass man die Mülltonne rausstellen muss beispielsweise, oder was zu erledigen ist, was man auf keinen Fall vergessen sollte. Ich bin dankbar für diese „Denk-Hilfen“.


„Vergiss nicht zu danken!“  Das wäre auch ein Satz für einen meiner Merkzettel. „Vergiss nicht zu danken!“ Eigentlich müsste ich mir das in dicken großen Buchstaben auf meinen Merkzettel schreiben, weil ich das häufig vergesse.  Ich vergesse es, „Danke“ zu sagen!“ Dabei hätte ich Grund genug. Die vielen guten Dinge, die man im Alltag gebraucht, sind nicht selbstverständlich – die warme Stube im Winter, das fließende und vor allem saubere Wasser aus dem Hahn und vieles mehr.  Beschwerden gehen mir leichter über die Lippen, dass der Zug Verspätung hat, dass die Ampel auf Rot schaltet, wenn ich komme, dass es ausgerechnet heute regnet und so weiter.

 

„Vergiss nicht zu danken dem ewigen Gott, er hat dir viel Gutes getan!“  Auch in diesem Gottesdienst singen wir dieses Lied. Ich meine, es gehört einfach zu diesem Tag dazu. Es ist eine Art gesungener Merkzettel. Und einen optischen haben wir auch: die Erntegaben rund um den Altar stellen uns vor Augen, wofür wir Gott zu danken haben.  „Vergiss nicht zu danken!“ sagen sie mir. „Es ist nicht selbstverständlich, was du hast. Das Leben ist ein Geschenk!“ 

 

Heute hören wir einen kurzen Abschnitt aus dem 1. Timotheusbrief. Es ist eigentlich auch ein Merksatz. Der Apostel Paulus schreibt seinem Schüler Timotheus: „... alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.“

 

Alles, was Gott geschaffen hat ist gut! Ich glaube, damals war man sich da nicht so sicher. Da hat es wohl einige gegeben, die der Meinung waren, dass nicht alles gut ist, was auf der Erde wächst und gedeiht. Wenn man Gott recht ehren wolle, dürfe man nicht alles essen, was essbar ist. Es gibt reine und es gibt unreine Speisen. Da müssen man genau aufpassen. Wenn man so eine Liste verbotener Genüsse im Kopf hat, wird man unruhig. Darf ich das essen oder nicht? Diese Frage erzeugt Stress und verdirbt einem die Lebensfreude. Darf ich das essen oder nicht? Diese Frage kennen wir heute auch, allerdings aus anderen Gründen. Heute fragen wir uns das, weil wir eitel sind oder sehr gesundheitsbewusst. Wir verzichten auf dieses oder jenes, weil wir es entweder für ungesund halten oder für einen Dickmacher. Dass man durch den Genuss von bestimmten Speisen bei Gott in Ungnade fallen könnte, kommt heute den wenigsten in den Sinn. Aber eines ist doch ähnlich. Wenn man in ständiger Angst lebt, etwas falsch zu machen, geht die Lebensfreude verloren. Und ebenso die Dankbarkeit. Heute erfahren wir nicht nur, dass Gottes Gaben gut sind, sondern auch, was sie gut sein lässt und wie wir angemessen damit umgehen. Gut sind die Gaben, weil sie von Gott kommen. Durch Gottes Wort werden sie geheiligt, das bedeutet: sie bekommen einen besonderen Wert. Und durch das Gebet sagen wir Gott Dank für diese Gaben.

 

Alles ist gut, wenn es von Gott kommt. Diese Einsicht hilft uns, die Welt im Licht der Liebe Gottes zu sehen. Und nicht nur die Welt. Auch ich selbst nehme mich neu wahr – in diesem Licht. „Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut!“ Schon auf den ersten Seiten der Bibel finden wir dieses Urteil. Gott selbst hat es ausgesprochen über die Schöpfung: er sah an, was er geschaffen hatte und sah, dass es gut war. „Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut!“   Jesus hat die Jünger in seinen Bildern und Gleichnissen gelehrt, die Welt und ihre Gaben mit dankbaren Augen zu sehen. In ihr sollen wir leben, umsorgt von der Güte des Vaters, der die Lilien auf dem Felde kleidet, wie es Salomo in seiner Herrlichkeit nie gewesen war. 

 

Eine Einladung zur Lebensfreude ist das Wort an Timotheus. Paulus zeigt uns den rechten Umgang mit den Gütern dieser Welt. Nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird. Darauf kommt es an. Nicht der Zweck, sondern der Dank heiligt die Mittel, auch die Lebensmittel. Da sind wir wieder beim „Danke sagen“! Dieses Wort bringt nur der über die Lippen, der sich gerne beschenken lässt. Über Geschenke, die von Herzen kommen, freue ich mich am meisten. Gottes Schöpfung gehört dazu. Wie sollte ich sie verachten.  Die Dankbarkeit bestimmt auch meinen Umgang. Ich kann nicht ausbeuten, vernichten, ausrotten, woran ich mich freue und wofür ich dankbar bin. Und noch etwas: ich selbst liege Gott am Herzen. Herzlich lieb hat er mich – in der Taufe ist mir das auf den Kopf zugesprochen worden.  Mit einem Leib und einer Seele hat Gott mich ausgerüstet, um damit zu leben, zu lieben und meinen Schöpfer zu loben – und nicht, um ihn zu malträtieren. Eine Einladung zum Leben ist das Wort an Timotheus. Das Leben in seiner ganzen Fülle und Schönheit soll aufblühen. Vielleicht gelingt das aber wirklich nur, wenn ich mein Leben unter den Schutz dessen stelle, von dem ich alles empfangen habe. 

 

Gottes Wort und mein Gebet helfen, die Gaben Gottes recht zu gebrauchen. Gottes Wort spricht mich an. Ein Wort, bis an den Rand gefüllt mit Liebe. Es hat Gestalt angenommen in Jesus Christus, der ins Gericht gegangen ist mit denen, die dem Menschen Lasten aufbürden, die den Leib quälen, das Leben und das Glauben schwer und die Furcht groß machen.   Jesus will uns in seiner Nähe haben. Er lädt uns ein an seinen Tisch. Wir sollen sehen und schmecken, wie freundlich der Herr ist. Eine Ahnung, einen Vorgeschmack sollen wir  bekommen von der Zukunft, die Gott uns schenken will, wenn wir an seinen Tisch treten. Eine lebensfrohe Zukunft, in sich der Leib und Seele einander nicht Feind, sondern Freund sein werden, in der Menschen einander nicht fremd, sondern miteinander vertraut sein werden, in der nicht die Angst, sondern die Freude das Leben prägt. 

 

Alles ist gut, was Gott geschaffen hat. Es bekommt durch das Wort Gottes seine Würde und durch das Gebet seine Ausdrucksform. Auch mein Leben wird geheiligt. Ich heilige es, indem ich es unter die gute Herrschaft Gottes stelle und mit Gott lebe. Gott spricht mich an – und ich antworte im Gebet: im Dank für die Gaben, die mich stärken, im Dank für einen gelungen Tag, in der Bitte um Vergebung für vieles, das unter meinen Händen misslungen ist oder im Stoßgebet, mitten in einer brenzligen Situation. So lege ich mich und die Welt in der ich lebe zurück in Gottes gute Hand.  Eine Welt, für die ich dankbar sein darf. Sie ist nicht Gottverlassen. Sie ist der Ort, an dem Gott zu mir spricht, mich beschenkt und an dem ich Gott antworte – mit meinem Dank beispielsweise. So wird die Welt zum heiligen Ort, an dem das Leben Freude macht, weil der Gottessohn sie besucht hat. Und deshalb ist er gekommen: damit wir voll Hoffnung in ihr leben können. In der Tat: das sollen wir nicht vergessen. Also: „Vergiss nicht zu danken!“ Und „Freue dich deines Lebens, du hast es von Gott!“ Amen.

Pfarrer Stefan Köttig, 7.10.2018