Pfarrer Stefan Köttig
Gott nahe zu sein ist mein Glück (Psalm 73 Vers 28)

Ausgesprochen - aufgeschrieben. Predigten im Monat Januar 2018



Aus welchen Quellen schöpfen wir? 

Hat Ihnen das Wasser geschmeckt? Das geschieht nicht oft, dass man vor dem Gottesdienst mit einer Erfrischung begrüßt wird, nicht wahr? Waren Sie überrascht? Erfreut? Irritiert? Früher hat man die Pilger so oder ähnlich willkommen geheißen. Die erschöpften Menschen sollten sich stärken. Schließlich hatten sie meist einen weiten Weg hinter sich.  Gastfreundschaft zu zeigen, war selbstverständlich. Und selbstverständlich war es auch, diese Gaben anzunehmen, nicht abzuweisen. Danke, ich hab keinen Durst? Nein, so etwas wäre einem Pilger nicht über die Lippen gekommen. Eine Gabe, ein Zeichen der Freundschaft weist man nicht zurück.

Dieses Glas Wasser am Eingang konnten Sie getrost trinken. Ich weiß nicht, ob ich das in jedem Land der Welt so machen würde. Nicht überall ist Wasser unbedenklich trinkbar.  Ist uns das eigentlich bewusst, welcher Schatz uns mit einem Glas frischen, gesunden, klaren Altensteiner Quellwasser zum Jahresbeginn in die Hand gedrückt wurde? Denken wir daran, was für ein Luxus das ist, dass wir morgens nur den Wasserhahn aufdrehen müssen, um Wasser zum Duschen und später zum Kaffee kochen zu haben? Es gibt Länder, in denen das nicht selbstverständlich ist und in denen Leitungswasser, wenn es denn überhaupt  aus den Rohren tröpfelt, nicht trinkbar ist. Aber das ist nicht der Grund, warum wir Sie heute Abend mit einem Glas Wasser begrüßt haben. Das war ein kleiner Hinweis auf das Thema des Gottesdienstes. Wir denken über die Jahreslosung nach. Sie steht in der Offenbarung, im letzten Buch der Bibel. Dort steht, was uns am Ende der Zeiten erwartet. Wir denken dann meist an Tod und Auferstehung und Gericht. Am Ende erwartet uns das Leben in Fülle. Am Ende wird der Durst gestillt, der uns heute noch umtreibt. Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst!“ Gott selbst schenkt uns das Leben ein - wir müssen nichts tun. Wir müssen die Gabe nur annehmen, das Leben in Fülle annehmen. Ein Bild für diese Lebensgabe ist das Wasser. 

Wasser ist ein Lebensmittel. Ein Mittel zum Leben. Es ist notwendig. Das heißt, es wendet die Not. Die Not - das ist der Durst. Wenn wir nicht genug trinken, nehmen wir gesundheitlich Schaden. Wenn wir überhaupt nicht trinken, müssen wir sterben. Wasser wehrt dem Tod. Wasser schenkt Leben. Das dürfen und müssen wir erst einmal wörtlich nehmen. Ohne Wasser kein Leben. Aber dann natürlich auch im übertragenen Sinn. 

Wie ist das, wenn wir Durst haben? Das ist kein schönes Gefühl! Der Mund wird trocken. Die Kräfte, die Lebenskräfte, in uns versiegen, wir werden müde, schwach. So meldet der Leib seine Bedürfnisse an. Aber nicht nur der Leib signalisiert uns, wenn ihm etwas fehlt. Auch die Seele hat Hunger und Durst. Auch die Seele macht sich bemerkbar. Das geschieht in der Sehnsucht. In dem Wort sind zwei Begriffe verborgen, die so viel aussagen: das Sehnen und das Suchen. Wie kann man Sehnsucht bildhaft darstellen? Ich sehe ein kleines Kind vor mir, das sich sich nach der Mutter ausstreckt.  Es weint und breitet die Ärmchen aus. Wenn sich die Mutter zu ihm herunterbeugt und es aufhebt, schlingt das Kind die Ärmchen um den Hals der Mutter und reibt seinen kleinen Kopf an ihre Wange, sucht Körperkontakt. Meist beruhigt es sich dann nach einer Weile. So ist das mit der Sehnsucht. Auch die Seele streckt sich aus. Sie hat Verlangen nach Geborgenheit und Schutz, nach liebevoller Zuwendung.  Da bin ich beim zweiten Begriff der Sehnsucht - das Suchen. Sehnsucht ist ein suchendes Ausschau halten nach einem, der mir geben kann, wonach meine Seele verlangt. „Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott!“ sagt Psalmbeter. Er spürt, dass die Seele nur bei ihm, dem lebendigen Gott, findet, wonach sie verlangt. Die Seele, das ist nicht ein Teil von mir. Die Seele, das bin ich selbst, in meinem Verlangen, meinem Ausschau-Halten nach Geborgenheit, nach Sinn, nach Angenommensein, nach Liebe. Dieser Gott wendet sich uns zu. Er sagt: ich will dir geben, wonach du verlangst. Ich will dir lebendiges Wasser geben, das deinen Durst stillt, den Durst nach Leben, die Sehnsucht nach Schutz und Geborgenheit. Nur - wie geschieht das? Wie gibt uns Gott das Wasser? Er wendet sich uns persönlich zu. Im Neuen Testament wird berichtet, wie Jesus bei einem hohen Fest in Jerusalem den Leuten zuruft:  „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“ (Johannes 7,37) Jesus sagt: Ich bin die Quelle, aus der euch Kraft und Leben zuströmt. Ich bin die Antwort auf eure Lebensfrage, auf eure Suche nach einem erfüllten Lebenssinn. Jesus ist die Antwort, weil er die Liebe ist, die Mensch gewordene Liebe. In Jesus wendet sich Gott selbst den Bedürftigen zu, den sehnsüchtigen, den zweifelnden, den kranken und sterbenden Menschen.  Wenn Gott sagt, dass er den Durstigen geben will von der Quelle des lebendigen Wassers, dann macht er das vor allem durch seinen Sohn. In ihm wendet er sich ihnen zu, in ihm wendet er sich uns zu und schenkt Heil und Heilung. Er reicht uns das lebendige Wasser. Leben in Fülle gibt es nur bei Gott, weil Gott selbst das wahre Leben ist. Jesus ist der Sohn Gottes. In ihm ist das Leben erschienen. Wenn Jesus die Jünger in seine Nachfolge ruft, lädt er sie ein die Lebensgemeinschaft, also in die Gemeinschaft des wahren Lebens.

Wenn wir die Unruhe und Unzufriedenheit der Seele in uns spüren, merken wir, dass wir noch nicht an der Quelle sind, dass wir Mangel haben und darunter leiden. Dann sind wir eingeladen, uns aufzumachen, hinzugehen, aus der Quelle zu trinken, in der unsere Sehnsucht gestillt wird, in der unsere Seele Frieden findet. Das geschieht durch gelebten Glauben. Ist Ihnen schon einmal in den Sinn gekommen, wie sinnlich unser Glaube ist, dass wir Gemeinschaft mit Gott über unsere Sinne erleben? Das geschieht zum Beispiel durch Essen und Trinken. Wir empfangen Brot und Wein vom Tisch des Herrn. So erleben wir Gemeinschaft mit ihm. Wir werden mit Wasser getauft, dem kostbaren Gut, ohne das wir verdursten müssten. Dieses Wasser erinnert daran, was uns  aufleben lässt, was unser Leben in einen blühenden Garten verwandelt - die Gemeinschaft mit Gott, der sich uns in Jesus Christus persönlich zuwendet, der uns in der Taufe mit Namen ruft und der uns einlädt zu einem Leben mit ihm. Aus dieser Quelle können wir schöpfen und uns stärken, zum Beispiel durch das persönliche Gebet oder in der Feier des Gottesdienstes. So erfahren und erleben wir Gemeinschaft und aus dieser Lebensgemeinschaft mit Christus schöpfen wir Kraft. So wie frisches Wasser uns die Lebenskraft zurückbringt, die wir in der Hitze des Alltags oft verlieren, so wird seine Liebe uns heilen und den Frieden schenken, den wir uns selbst nicht geben können. Amen.

7.1.2018


Christus in euch - Predigt zu Epiphanias 2018

„O Gott, hoffentlich will der nicht zu mir!“ denkt sich Tobias Z., als er den Reporter mit dem Mikrofon in der Hand auf sich zukommen sieht. Er ist jetzt einfach nicht in der Stimmung, Antworten auf Fragen zu geben, die eigentlich keinen interessieren. Soll sich der Rundfunkfritze doch ein anderes Opfer zu suchen. Es sind ja genügend da. Und tatsächlich: rings um ihn herum schieben, schubsen und drängeln sich die mit Einkaufstüten bepackten Menschen, die meisten mit müdem Gesicht oder grimmiger Miene. Unsere Szene spielt sich in einem Einkaufszentrum ab, kurz nach den Weihnachtstagen. Da klingeln meistens nochmals die Kassen. Geschenke werden umgetauscht oder Gutscheine eingelöst. Und mittendrin Tobias Z. dem nun ein Mikrofon vors erschrockene Gesicht gehalten wird. „Hallo, ich komme vom Morgenmagazin“ sagt der blutjunge Reporter. „Können Sie sich freuen?“ Möchte er wissen und schiebt gleich eine zweite Frage nach: „Falls ja, worüber freuen Sie sich besonders?“ Diese Fragen machen Tobias Z. verlegen. Eigentlich möchte er sie nicht beantworten. Im Augenblick weiß er nichts drauf zu sagen. Er denkt an den Heiligen Abend zurück und daran, wie er ihn verbracht hat: allein, mit Tiefkühlpizza, Dosenbier und einem Film aus der Videothek. Da ist er altmodisch. Er leiht sich immer noch Videos aus, weil er nicht weiß wie das mit dem „Streamen“ geht, das heute so beliebt ist.  Weihnachten war ziemlich freudlos.  Aber das möchte er dem Reporter, der sein Sohn sein könnte, nicht verraten. Tobias Z. ist ein angegrauter Single. Die Kinder sind längst aus dem Haus. Sie führen ihr eigenes Leben. Seine Ehe ist schon lange geschieden, seine Frau mit einem anderen wiederverheiratet. „Ich hätte verreisen sollen“, denkt er sich, „dann müsste ich jetzt nicht so eine Frage beantworten“. Und weil ihm nichts Besseres dazu einfällt, antwortet er barsch: „Ich freue mich, wenn man mich in Ruhe lässt“ und geht schnell weiter. 


Was würden Sie sagen, wenn der Reporter sein Mikrofon Ihnen unter die Nase halten würde? Worüber freuen Sie sich besonders? Vielleicht darüber, dass Sie gesund sind? Oder über ihren sicheren Arbeitsplatz? Vielleicht sind Sie glücklich verheiratet. Sie freuen sich, dass Ihr Kind eine Lehrstelle bekommen hat oder dass Sie bald Großvater oder Großmutter werden? Vielleicht denken Sie auch an ein originelles Weihnachtsgeschenk, das Sie bekommen haben, wer weiß. In jedem Fall sind es positive Dinge, über die wir uns freuen. Deshalb lässt uns die Antwort des Apostels staunen, die wir heute hören. Zugegeben: er steht nicht neben dem Tobias Z. im Kaufhaus und antwortet auch nicht auf die seltsame Frage eines Rundfunkreporters. Er schreibt an eine Gemeinde, die es schon lange nicht mehr gibt: Kolossä – eine antike Stadt in Kleinasien – heute würden wir sie in der Westtürkei suchen müssen. Hören wir, was er ihnen zu sagen hat:

„Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was an den Leiden Christi noch fehlt, für seinen Leib, das ist die Gemeinde. Ihr Diener bin ich geworden durch das Amt, das Gott mir gegeben hat, dass ich euch sein Wort reichlich predigen soll, nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber ist es offenbart seinen Heiligen, denen Gott kundtun wollte, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Lutherübersetzung 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft, Stuttgart)


 Haben wir richtig gehört? Hat Paulus wirklich geschrieben: „Ich freue mich an den Leiden, die ich für euch leide…“. Hoppla! Wie kann man sich über so etwas freuen? Der Satz wird immer wunderlicher. „Ich freue mich an den Leiden … und erstatte an meinem Fleisch, was an den Leiden Christi noch fehlt…“. Noch so ein Stolperstein. Braucht das Leiden Christi eine Ergänzung? Nicht nur wegen dieser Aussage, sondern auch wegen des ganzen Briefstils und einiger inhaltlicher Unterschiede zu anderen Briefen meinen einige Ausleger, dass Paulus diesen Brief gar nicht geschrieben habe,  sondern einer seiner Schüler. Das ändert allerdings nichts daran, dass wir heute dieses Wort in seinem Namen hören und darüber staunen. 


Eines ist sicher: der Apostel hat nicht das Leiden gesucht und es schon gar nicht genossen, dass er leiden muss. Er meint auch nicht, dass er die Leiden unseres Herrn noch irgendwie ergänzen müsse. Eine Liedstrophe aus unserem Gesangbuch ist mir beim Nachdenken über dieses seltsame Apostelwort von der Freude im Leiden in den Sinn gekommen, gewissermaßen als Hilfe zum besseren Verständnis: „In dir ist Freude in allem Leide, / o du süßer Jesu Christ! / Durch dich wir haben himmlische Gaben, / du der wahre Heiland bist…“  


Der Apostel hat keine Freude am Leiden. Er freut sich jedoch, dass er im Leid nicht allein ist. Er freut sich daran, dass Christus bei ihm ist. Durch den Glauben sind wir mit Christus verbunden. Aufgerufen sind wir, ihm nachzufolgen. Manchmal führt uns dabei der Weg auch ins Leid. Wer mit Christus verbunden ist, kann sich auch im Leid noch an der Gemeinschaft mit seinem Herrn freuen.  Jetzt ist er noch inniger mit ihm verbunden. Es soll nicht beim Leiden bleiben. Darauf darf ich im Leiden hoffen. Christus führt mich durchs Leid hindurch ins Leben. So singen wir: „Hilfest von Schanden, rettest von Banden. Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben. Halleluja.“ 


Der Apostel freut sich,  dass Christus ihn in Dienst nimmt und ihm einem Auftrag gegeben hat: er soll der Gemeinde – dem Leib Christi – die frohe Botschaft bringen. Er soll den Menschen sagen, dass eine neue Zeit angebrochen ist für uns alle. Was Gott von Anfang an beschlossen hat, soll jetzt der Welt offenbart werden. Ein Geheimnis soll gelüftet und jedermann zugänglich werden: das Geheimnis der Liebe Gottes. Die hat Gestalt angenommen, ist Mensch, ist Kind geworden. Die Hirten auf dem Feld haben das als Erste erfahren. Und ebenso die gelehrten Heiden aus dem Osten. Die haben den Stern gesehen und sich auf den Weg gemacht, um dem Kind zu huldigen. 


Gott meint es gut mit dem Menschen. Er liebt sie, ohne Unterschied, ob ihr nun Juden oder Heiden seid, ob ihr erfolgreich seid oder unter euren Misserfolgen leidet, ob ihr glücklich seid oder unglücklich, ob ihr mit euren Lieben zusammen seid oder einsam, Gott meint es gut mit euch. Er will Gemeinschaft haben mit euch. Er hält ein Geschenk für sie bereit, das weit kostbarer ist als Gold, Weihrauch und Myrrhe, die Gaben der Könige. Er legt uns Christus ins Herz: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Das soll der Apostel den  Menschen im Auftrag Gottes sagen. Davon ist er selbst ergriffen. Und dafür nimmt er auch allerhand auf sich: Widerspruch, Verfolgung, Krankheit, Demütigungen und schließlich sogar die Gefangenschaft. Die Freude an der Gemeinschaft mit Christus trägt durchs Leiden hindurch.


Was Tobias Z. in dem Einkaufszentrum wohl antworten würde, wenn er das hören könnte? Wenn ihm einer sagen würde: Wohl wahr: deine Kinder gehen ihre eignen Wege. Deine Frau will  nichts mehr von dir wissen. Du fühlt dich alleingelassen in der großen Stadt mit den vielen Menschen, die in ihrer Freizeit nichts Besseres zu tun wissen, als Geschenke umzutauschen. Aber dennoch gilt: du bist nicht allein. Christus will sie mit dir teilen, deine Einsamkeit. Er ist bei dir. Er wohnt in dir, in deinem Herz. Ehrlich gesagt: ich glaube, Tobias Z. würde erschrecken und das Weite suchen. Er würde sich denken: „Erst der dumme Reporter, jetzt kommt mir auch noch so ein religiöser Fanatiker daher, der mir einreden will, dass Gott mich liebt.“ 


Ich stelle mir vor, dass Tobias Z. einer von den vielen ist,  die auf ein Zeichen warten. Eines, das sie verstehen. Ein Zeichen, das ihr Herz erreicht. Das Herz! Der Glaube findet meistens seinen Weg über das Herz, er ist vielmehr eine Angelegenheit des Herzens als des Verstandes. Es braucht Boten, die uns auf dieses Zeichen aufmerksam machen. In diesen Tagen machen sich Kinder auf den Weg zu den Erwachsenen - die Sternsinger. Vielleicht können sie solche Boten sein, die in diesen Tagen unterwegs sind und mit einer guten Nachricht an den Haustüren läuten. 


 Ob sie ihren Weg auch zu Menschen wie Tobias Z. finden?  Ich wünsche mir, dass er die Tür öffnet und ebenso das das Herz, damit sie eintreten kann in sein Leben, die Hoffnung, die Gute Nachricht, das Evangelium.  Ein Zeichen werden sie ihm dalassen. Drei Buchstaben sind es, die mit Kreide über die Türpforte geschrieben werden: C – M – B.  Das sind nicht nur Namenskürzel für Kaspar, Melchior und Balthasar. Dahinter verbirgt sich ein Segenswort: „Christus mansionem benedicat“. Das bedeutet: „Christus segne dieses Haus.“ Und gemeint ist: Christus segne alle, die hier Zuhause sind, ob sie nun glücklich oder unglücklich, mir ihrem Leben zufrieden oder unzufrieden sind.


 Ein Segen ist ein Wort, das gut tut, ein Wort, das Freude macht, weil es von der Hoffnung erzählt, die wir haben.  Es weist hin auf Christus, der eintreten will in unser Leben, um es zu segnen. Er selbst ist die Hoffnung der Herrlichkeit, von der  Paulus schreibt. Wenn Gott selbst ein Kind geworden ist, vielleicht müssen es dann vor allem Kinder sein, die diese Hoffnung in die Welt der Erwachsenen hineintragen, hinein singen. Wer den Worten der Erwachsenen nicht mehr traut, weil er  zu oft von seinesgleichen enttäuscht worden ist, hört vielleicht aus den einfachen Liedern der Kinder die frohe Botschaft, die unverstellt und fröhlich davon singen, woran wir glauben: dass unser Leben unter dem guten Stern steht, der über Bethlehem aufgegangen ist.  Können Sie sich freuen? Wenn sie ankommt, die Botschaft, dann hat Tobias Z. auf jeden Fall einen Grund, zu nicken, die Frage zu bejahen. Und nicht nur er. Wir auch. Amen.