Pfarrer Stefan Köttig
Gott nahe zu sein ist mein Glück (Psalm 73 Vers 28)

Predigten im Monat November 2017



Am Ende werden wir lachen - Predigt über Daniel 12,1b-3 am Ewigkeitssonntag (26.11.2017) 

„...es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die  im Buch geschrieben stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen,  die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Und  die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.“ (Luthertext 1984, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft) 

 

Trübsal und Trost! Verzweiflung und Hoffnung. Verlust und Rettung. Das ist die Erfahrung des Gottesvolkes. In wenigen Zeilen wird uns mitgeteilt, was die Menschen niederschmettert und was ihnen Hoffnung macht, was ihnen Trübsal bereitet und Trost schenkt! Wir hören diese Worte im November, in dem Monat, in dem wir unserer Verstorbenen gedenken. Sie stehen in einem Buch, aus dem im Gottesdienst selten gelesen wird. Es berichtet vom Leid eines ganzen Volkes und ebenso eines einzelnen daraus: Daniel. Die meisten kennen nur eine einzige Geschichte über ihn. Ich meine die Erzählung von Daniel in der Löwengrube. Wer war dieser Daniel? Seine Geschichte kann Menschen gerade in schweren Zeiten der Anfechtung ein Trost sein. 

Daniel war  ein junger Mann aus dem Gottesvolk Israel. Alles hat er verloren, was einem Menschen lieb und wert sein kann –  die Heimat, die Familie und was einem Heimat und Familie darüber hinaus bieten: Schutz und Gebor-genheit. Wer eine Familie hat, weiß, wo er hingehört. Wohl dem, der ein Zuhause hat. Wer beides verliert, Familie und Heimat, fühlt sich verloren. So hätte es bei Daniel sein können. An den Hof eines fremden Königs hat man ihn verschleppt, zusammen mit seinen Freunden. Gemeint ist Nebukadnezar, der Herrscher des gefährlichen babylo-nischen Weltreichs, das Israel nach einem Krieg von der Landkarte gefegt hat.  Da mischt sich nun das Leid des einzelnen mit den Tränen seines Volkes. Die Heimat haben viele verloren. Nicht nur Daniel. Menschen verloren haben viele. Nicht nur Daniel: Freunde, Verwandte, Ehe – und Lebensgefährten, Kinder. Bis heute ist das so, dass Menschen voneinander getrennt werden, dass sie Sehnsucht haben nacheinander, dass sie umeinander Trauer tragen. Nicht nur im Krieg. Auch in Friedenszeiten. Wenn der Tod überraschend einbricht in das Leben, wenn er Menschen aus unserer Mitte  reißt, dann ahnen wir, was wohl mit der großen Trübsal gemeint ist. Und ebenso ahnen wir es, wenn sich ein Sterben hinzieht, wenn der Tod das Abschiednehmen in die Länge zieht oder wenn die Trauer sich nach dem Begräbnis wie ein dunkler Schatten auf uns legt, und uns einsam macht. Die Welt geht wieder zur Tagesordnung über und wir fühlen uns alleingelassen mit unseren Schmerz. 

Doch kehren wir noch einmal zurück zu Daniel. Er war  nicht freiwillig am Hof des Königs von Babylon. Er sollte dort umerzogen werden. So hätten die Diktatoren unserer Zeit genannt, was man mit Daniel gemacht hat: er hat einen neuen Namen bekommen, sollte die Sitten und Gebräuche des fremden Landes lernen, ebenso die unbekannte Sprache und nach einer dreijährigen Probezeit dem neuen Herrn, dem König, dienen. Das sind Methoden, die wir bis heute von Machthabern gewohnt sind. Sie erheben nicht nur Anspruch auf materiellen Besitz. Sie wollen auch Menschen besitzen, sie umformen, sie neu erschaffen nach ihrem eigenen Bild. Vielleicht ist der Tod auch so ein Diktator. Er will über uns herrschen. „Schau her!“ sagt er. „Schau, welche Macht ich über dich habe. Du gehörst mir. Nichts und niemand kann dich aus meiner Gewalt befreien.“ 

 

Trost und Trübsal greifen manchmal ineinander über. Daniel hat diese Erfahrung gemacht, wie gerade in Zeiten der großen Trübsal der Trost trägt und vor dem Untergang bewahrt. Er halt Heimat und Halt, Trost und Geborgenheit bei dem Gott seiner Väter gesucht und gefunden.  Daniel – der Name bedeutet in unserer Sprache: Gott ist Richter. Vor einem Richter habe ich mich zu verantworten. Ihm muss ich Rechenschaft ablegen. Dass Gott Richter ist, daran hat sich Daniel gehalten. Gott, seinem Herrn, seinem Richter war er gehorsam. Ihm hat er vertraut, durch viele Bewährungsproben hindurch. Er hat an Gott festgehalten und die Erfahrung gemacht, dass Gott ihn am Ende durch die Trübsal getragen und in der Anfechtung gehalten hat. 

 

Auch wir werden vielen Bewährungsproben ausgesetzt. Für die einen ist es eine Krankheit, die sie heimsucht. Andere leiden an einer Behinderung, die sie einschränkt und viele  macht die Trauer einsam. Die letzte Bewährungsprobe ist der Tod, der den Glauben bis in seine Grundfesten hinein erschüttert. Niemanden wird diese Prüfung erspart. Für uns alle wird der Moment kommen, in dem wir loslassen müssen, in dem wir die Sicherheiten aufgeben müssen, an die wir uns in diesem Leben klammern. Wenn wir sterben, ist dieser Moment gekommen. 

 

 Die Geschichten um Daniel wollten die Frommen des Alten Testaments in ihrer Hoffnung bestärken, dass Gott am Ende richten wird. Er wird den Gerechten freisprechen und die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen. Der Apostel Paulus schreibt, dass der Tod der letzte Feind ist, der vernichtet wird. Das Wort gilt, auch, wenn die Mächte des Todes im Augenblick noch triumphieren. Gott ist Richter. Er wird am Ende für Gerechtigkeit sorgen. Was für eine Herausforderung an uns, vor allem, wenn die Zweifel sich einstellen, wenn der leise oder laute Protest sich in unserer Seele meldet, wenn wir fragen: ist das gerecht, dass wir leiden und sterben müssen? Ist das gerecht, dass wir Abschied nehmen müssen, die einen früher, die anderen später? Haltet am Glauben fest! Das höre ich als Botschaft aus dem Buch Daniel. Haltet fest daran, ihr werdet nicht enttäuscht. Am Ende wird Gott für Gerechtigkeit sorgen, am Ende werden wir Antworten bekommen auf unsere Fragen. 

 

Wir hören diese Worte aus dem Buch Daniel am letzten Sonntag im Kirchenjahr, am Gedenktag für unsere Verstorbenen. Totensonntag! Wir denken an die Bewährungsproben im Leben. Was wir heute mit den Frommen des Alten und des Neuen Testaments teilen ist nicht die Erfahrung der Verfolgung um des Glaubens willen. Was wir mit ihnen teilen ist die Ohnmacht, wenn der Tod seine Schatten auf uns wirft. Heute wollen wir noch etwas mit den Frommen des Alten Testaments teilen: die Hoffnung, die sich hier schon  andeutet und die seit Ostern zum tragenden Grund unseres Glaubens wird. Ich meine die Hoffnung auf die Auferstehung. Das Volk soll errettet werden. Die unter der Erde schlafen sollen auferstehen. Im Danielbuch ist das vor allem den Frommen Israels vorbehalten, den Tapferen, die sich ihren Glauben bewahrt haben. Diese wenigen Worte des Trostes und der Hoffnung teilen wir mit den Frommen des Alten Testament. Durch die Auferstehung Jesu aber steht unsere Hoffnung auf einem Fundament, das groß genug ist, um die Sehnsüchte und Hoffnungen aller Menschen zu tragen. 

 

Heute denke ich an das, was im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung von Gott gesagt wird. Da heißt es, dass Gott die Tränen der Menschen abwischen und dass er selbst bei ihnen wohnen wird. Das ist der Trost in der Verzweiflung, die Hoffnung beim Abschied! Daran wollen wir festhalten, vor allem, wenn uns der Tod ins Gesicht lacht. Am Ende werden wir schauen, was wir jetzt nur zu glauben, zu hoffen wagen. Am Ende werden wir schauen, was uns am Anfang unseres Lebens schon versprochen wurde: bei unsrer Taufe. Uns ist das Leben versprochen, das vom Tod nicht mehr zerbrochen wird. Die Kerzen, die wir im Gottesdienst anzünden, sollen uns daran erinnern. Vor allem die Osterkerze soll uns daran erinnern, was Jesus seinen Jüngern zum Abschied gesagt hat: „Ich lebe – und ihr sollt auch leben.“ Dieses Versprechen gilt über den Tod hinaus. Es gilt auch uns.  Was Daniel von seinen Lehrern sagt, das wird für diese Worte Jesu besonders gelten: sie sollen leuchten „wie des Himmels Glanz und wie die Sterne immer und ewiglich“. Und sie sollen uns trösten in der Trübsal. Sie werden uns Hoffnung schenken, wenn sich die Verzweiflung unser bemächtigen will. Sie zeigen uns das Ziel, das uns gesetzt ist von Gott: das Leben in seinem Reich. Nicht der Tod wird am Ende lachen. Sondern wir werden lachen – befreit werden wir auflachen, beglänzt vom Licht dieser Sterne, vor allem beglänzt von dem einen Stern, der über Bethlehem aufgegangen ist und der von dem Kommen des Retters erzählt, dessen Geburt wir in wenigen Wochen feiern. Amen. 

26.11.2017


Von Bäumen und Menschen. Predigt über Matthäus 12,33-37zum Buß – und Bettag

Jesus sagte: Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum. Ihr Otterngezücht, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus seinem guten Schatz; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz. Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie reden. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden. (Luthertext 2017,herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft) 

  

Von Bäumen und Menschen – diese Überschrift möchte ich über das Evangelium und die Predigt setzen. Bäume und Menschen werden zueinander in Beziehung gesetzt. Bäume als Gleichnisse für unser Leben, unser Verhalten – kann das stimmen? Ich muss an zwei Bäume denken, die ich mit meinem Leben in Verbindung bringe. Da ist die Kastanie vor meinem Pfarrhaus. Ein großer, mächtiger Baum. Ich freue mich an ihm und manchmal ärgert er mich. Ich freue mich, wenn er blüht. Was ist da für ein Leben in diesem Baum. Frühmorgens wecken mich die Vögel, die in der Baumkrone nisten. In der Zeit der Blüte dringt lautes Summen der Bienen im Geäst zu mir ins Schlafzimmer, vor dem der Baum steht. Im Herbst freue ich mich an den Kastanien, die vom Baum in ihrer stachelig grünen Hülle herunterfallen, aufplatzen und im duftigen Laub  vom Tau befeuchtet glitzern. Die Kinder vom Dorf wagen sich dann in den Garten und sammeln die Kastanien auf. Das freut mich. Und dann ärgert mich der Baum. Das Laub macht Arbeit, es muss entsorgt werden, sonst rutscht man darauf aus. Von Menschen und Bäumen  - ist unser Zusammenleben nicht ebenso? Gerade die Menschen, mit denen wir unser Leben teilen – sie bereichern unser Leben, wir lieben sie, aber manchmal fällt es schwer mit ihnen, wir streiten miteinander, nehmen Anstoß an manchen Unarten, aber dann vertragen wir uns wieder. Das ist der eine Baum, das eine Gleichnis für unser Leben. 

  

Dann muss ich an eine alte Linde denken. Sie stand vor dem Pfarrhaus, das ich vor Jahren einmal bewohnt habe. Im Sommer hat die Laienspielgruppe beim Gemeindefest ein Theaterstück unter ihren Ästen aufgeführt. Konfirmanden und Jubelkonfirmanden haben sich hier zum Gruppenfoto aufgestellt. Ein Wahrzeichen des Ortes war dieser alte Baum. Dann kam Wiebke, der Orkan. Im Jahr 1990 war das und nach Wiebke kamen andere Stürme. Die sind auch an dieser Linde nicht spurlos vorübergegangen. Aber nicht nur die Stürme haben dem Baum zugesetzt. Auch andere Umwelteinflüsse. Abgase. Schädlinge. Der Baum ist krank geworden. Mit der Zeit wurde es gefährlich, dem Baum zu nahe zu kommen oder das Auto unter den weit ausladenden Ästen zu parken. Schwere, knüppeldicke Äste konnte man nach heftigen Unwettern am Boden liegen sehen. Irgendwann war es dann so weit: die Linde musste gefällt werden. Diese Entscheidung ist niemandem leicht gefallen. Der Baum wurde von Fachleuten untersucht, der Rat der Naturschutzbehörde wurde eingeholt.  Das Ergebnis war niederschmetternd: der Baum war innwendig schwer geschädigt. Der Abschied von der Linde hat allen weh getan, die mit ihr gelebt haben – vor allem die Dorfbewohner, die im Schatten der Linde ihr Leben verbracht haben. Es war auch nicht so, dass der Baum von ein paar starken Männern mit einigen Axthieben einfach gefällt wurde. Er wurde fachmännisch abgetragen, zersägt, Stück für Stück. Von oben nach unten. Dazu wurde eine Hebebühne angefordert und die Straße rund um die Linde abgesperrt. Manchen Augenzeugen kam es so vor, als ob auf diese Weise auch von ihnen selbst etwas abgetragen und entsorgt wurde. Stück für Stück Erinnerungen, Erlebnisse, Lebensgeschichten rund um den Baum Das hat weh getan. 

  

An dies Kastanie und an die Linde und ihr trauriges Ende muss ich denken, wenn ich über die Worte Jesu nachdenke, die wir am Buß – und Bettag hören. Er vergleicht das Leben der Menschen mit einem Baum. An den Früchten des Baumes kann man erkennen, ob das Leben des Menschen gut ist oder verdorben: „Nehmt an, ein Baum ist gut, so wird auch seine Frucht gut sein; oder nehmt an, ein Baum ist faul, so wird auch seine Frucht faul sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum.“  Heute wird mir etwas mulmig, wenn ich diese Worte höre. Sprichwörter fallen mir ein, wie: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. So werden Beziehungen hergestellt zwischen Eltern und Kinder beispielsweise. Äpfel sind Früchte des Baumes. Ist die Frucht schlecht, taugt der Baum nichts und umgekehrt. Taugen die Eltern nichts, taugen die Kinder auch nichts, diese Vermutung legt das Sprichwort nahe.  Im Gleichnis sind mit den Früchten des Baumes die Taten der Menschen gemeint. Ist ein Mensch gut, tut er Gutes. Ist er schlecht, tut er Böses. Das klingt logisch Beim ersten Hinhören jedenfalls kommt mir dieser Gedanke. Ein Baum, der nichts taugt, der verdorben ist, der inwendig krank und kaputt ist, kann keine guten Früchte hervorbringen. Und umgekehrt: ein guter Baum kann auch nichts Schlechtes abwerfen. 

  

Ist also alles von vornherein festgelegt? Ich denke an die Kastanie, die mich freut und ärgert zugleich und an  die Linde, die einmal ein guter, gesunder Baum war und krank wurde und abgestorben ist. Als Vergleich für das Leben der Menschen taugt ein Baum aber nicht – oder nur bedingt. Können Menschen denn nicht manchmal beides zugleich sein: gut und schlecht zugleich? Können denn Menschen – vielleicht im Unterschied zu den Bäumen – nicht doch auch schlechte und dann wieder Früchte hervorbringen? 

  

Schauen wir zunächst auf den Zusammenhang, in dem unser Gleichnis steht. Jesus ist unter Beschuss geraten. Die Pharisäer nehmen Anstoß an seinen Taten. Sie sehen die Wunder, die er tut. Sie erleben, wie Menschen wieder gesund werden, Tote ins Leben zurückkehren, wie Dämonen ausfahren. Und sie werfen Jesus etwas Unerhörtes vor. Sie sagen, er stehe mit dem Teufel im Bund. Er treibt die Dämonen durch ihren Obersten, durch Beelzebub aus. (Vor zwei Wochen wurde darüber gepredigt). Ich stelle mir vor, wie Menschen diese Vorwürfe hören und unsicher werden. Solle sie nun Jesus glauben oder nicht? So weit reicht die Macht der Worte. Sie können den Glauben und das Vertrauen, das zu keimen beginnt, schlagartig zunichte machen. Daran muss ich denken, wenn ich die scharfe Warnung Jesu höre:  „Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.“

  

Es geht heute also um die Macht der Worte. Sie können Leben schaffen und Leben zerstören. Sie haben die Kraft, den Baum des Lebens zum blühen zu bringen oder ihn verdorren zu lassen. „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz.“ sagt Jesus. Vielleicht sind die Worte die Gradmesser für diesen Schatz, den ich im Herzen trage. Das sind die Anlagen, die ich habe, die Möglichkeiten, die Begabungen. Sie verraten, wes Geistes Kind ich bin. Ich kann sie einsetzen dafür, dass Leben gelingt. Ich kann durch sie aber auch Leben zerstören. Wer in unserem Land eine Waffe besitzt, braucht einen Waffenschein. Er muss wissen, wie gefährlich die Waffe sein kann, welchen Schaden sie anrichten kann. Die Waffe muss sicher verwahrt werden und der Halter ist dafür verantwortlich. Worte sind nicht weniger gefährliche Waffen. Worte können über Tod und Leben entscheiden, können Existenzen schützen oder vernichten. 

  

Wir hören heute das Gleichnis vom Baum mit den guten und den schlechten Früchten und die Ermahnung, auf die Worte zu achten, am Buß – und Bettag. Ich denke, dass Jesus die Bäume am Herzen liegen – auch diejenigen, an denen die Axt schon angelegt ist, um ein anderes biblisches Bild zu verwenden. Ich denke, es gibt genügend Beispiele aus der Bibel, die uns hoffen lassen. Die Bäume werden nicht so leicht aufgegeben und die Menschen erst recht nicht. Sie liegen Gott am Herzen. Deshalb werden wir ermahnt, auf unsere Worte zu achten. Dabei kann uns die Auslegung des 8. Gebots von Martin Luther ein Gradmesser sein. Auf die Frage, wie das Gebot  „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ zu verstehen sei, schreibt der Reformator: „Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.“ Überlegen wir doch einmal, wie leicht es uns fällt, andere zu kritisieren oder herabzusetzen. „Ich will ja nichts gesagt haben, aber ...“  sagen wir und ziehen dann kräftig vom Leder. Wie schwer hingegen fällt das andere: Gutes von einem zu sagen, denn wir vielleicht nicht ausstehen können, nach Gründen zu forschen, die ihn vielleicht entschuldigen, nach Wegen und Möglichkeiten zur Versöhnung, zur Vergebung Ausschau zu halten. 

  

Wir sollen wie Bäume sein mit guten Früchten. Wir sollen Menschen sein, von denen Heil und Heilung ausgeht. Die Worte, die wir sprechen, sollen wie Früchte sein, die zum Leben helfen, keine vergifteten Äpfel wie bei Schneewittchen. Christen sollen mit ihren Worten eine Kultur der Liebe und des Lebens schaffen, die Würde der Menschen hüten und deshalb die Worte prüfen, die wir sprechen. Vielleicht gelingt uns der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Worten nicht immer, manchmal greifen wir selbst, wissend oder unwissend auf Unworte zurück, die nicht zum Leben helfen. Wie gut, dass wir den Buß – und Bettag haben. Er führt uns schließlich hin zu dem, bei dem wir, die heillosen, wieder zum Heil und zur Heilung finden. Das ist die Umkehr. Sie beginnt mit dem Gebet um Heilung, damit aus dem kranken Baum, der abstirbt, ein blühender Baum mit guten Früchten wird. Mir fällt dazu die folgende Liedstrophe ein, die wir im Sommer so gerne singen und das heute mein Gebet für ein gutes Leben sein soll:  „Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir wird ein guter Baum / und lass mich Wurzeln treiben.“ Amen. 

22.11.2017

  


Ein Wirtschaftskrimi als Evange-lium? Anstößiges am Vorletzten Sonntag im Kirchenjahr   

Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Der sprach: Hundert Fass Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. Danach sprach er zu dem zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der sprach: Hundert Sack Weizen. Er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. (Luthertext 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft) 

 

Da steht er im Blitzlichtgewitter der Medien und lächelt – der Manager. Natürlich ist er sich keiner Schuld bewusst. Missmanagement wird ihm vorgeworfen. Die Firma ist deshalb in Schwierigkeiten geraten. Arbeitsplätze sind akut gefährdet. Aber der Geschäftsführer räumt lächelnd seinen Schreibtisch leer. Er tritt zurück von seinem Posten. Na und?. Er weiß ja, dass seinem Konto eine entsprechend hohe Abfindungssumme gut geschrieben wird. Nein, Hunger wird er nicht leiden und Stellenangebote auch nicht studieren müssen. Vielleicht schreibt er ein Buch. Das findet bestimmt einen Verlag und seine Leser: Menschen, die solche wie ihn insgeheim bewundern.  Siegesgewiss tritt er vor die Presse. Er hebt die Hand, macht das Viktory – Zeichen, das Zeichen der Gewinner und lacht. 

 

Eignet sich so einer als Vorbild für christliches Leben? Sicher nicht. Trotzdem hat Jesus in seinem Gleichnis ein ähnliches  Schlitzohr zum Vorbild gewählt, einen Dieb im maßgeschneiderten Anzug, einen Spekulanten. Auch ihm wird Missmanagement vorgeworfen. Er verschleuderte den Besitz seines Herrn, schreibt Lukas. Kein Robin Hood wird uns da vorgestellt, der den Reichen beklaut und den Armen gibt. Streng genommen ist das zwar auch Diebstahl. Damit aber könnten wir uns noch irgendwie anfreunden. Einem, der den Reichen von ihrem Reichtum nimmt und es dem Armen gibt, kann man wenigstens noch Sympathiepunkte geben. Aber einem Spitzbuben wie diesem? Nein. Der Mann, den der Herr lobt, verschleudert, verschwendet, verprasst den Besitz eines anderen – und wir dürfen wohl annehmen: er macht das zu eigenem Gunsten.. Endlich fliegen seine Betrügereien auf. Er wird von seinem Chef zur Rede gestellt: „Was höre ich von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.“

 

Wer jetzt eine gerechte Bestrafung erwartet hat, wird enttäuscht. Wer meint, dass die „Gerechtigkeit“ ihren Lauf nimmt, hat das Nachsehen. Der ungerechte Verwalter hat nicht umsonst Karriere gemacht.  Der Verwalter ist nüchtern. Er weiß, wie es um ihn steht – und was ihn blüht, wenn er seine Stelle verliert. Er müsste wohl etwas tun, was er bis dahin nie getan hat. Er müsste mit seinen Händen arbeiten. Und das möchte er nicht. Vielleicht kann er es auch gar nicht. Er muss nur auf seine Hände schauen, die noch nie einen Spaten angefasst haben. Graben kann ich nicht, sagt er sich und zum Betteln schämt er sich. Aber er weiß, was er zu tun hat. Er bestellt die Schuldner ein und so startet er vielleicht den letzten großen Coup im Leben. Er löscht nicht die Schulden der Schuldner. Das würde auffallen. Er reduzierte sie, verrückt hier das Komma, ändert dort ein paar Zahlen, gerade so, dass es kaum auffällt. Nicht aus Barmherzigkeit, sondern aus Berechnung. Der kriminelle Verwalter geht aufs Ganze. Noch hat er Möglichkeiten, etwas zu tun. Bald wird er auf der Straße sitzen. Was wird dann sein? Werden sich alle von ihm abwenden? Werden sie ihn einfach nicht mehr kennen, wenn er an ihre Türen klopft? Oder werden sie ihm aufmachen. Werden sie sich daran erinnern, dass er ihnen geholfen hat? Eine Hand wäscht die andere. Ich kann mir denken, dass der Verwalter nicht einmal so sehr mit aufrichtiger Dankbarkeit rechnet, schon gar nicht mit Liebe oder Mitleid. Viel eher werden sie seine Gerissenheit schätzen. So einer wie der kommt sicher wieder auf die Beine, werden sie sagen. Da kann es nicht schaden, zu den Gönnern zu gehören. Wenn er wieder oben ist, wird er sich daran erinnern und sich erkenntlich zeigen. Und deshalb werden sie ihn aufnehmen, ihn durchfüttern, ihm auf die Beine helfen. Es ist halt ein ständiges Geben und Nehmen, ein immer währendes Rechnen und Aufrechnen, Kalkulieren und Abwägen in dieser Welt.. 

 

Hier endet das Gleichnis. Wir erfahren nicht, ob die Rechnung aufgegangen ist. Weil Jesus diese Geschichte erzählt, wird aus dem Wirtschaftskrimi ein Gleichnis vom Leben der Christen. Ein Gleichnis von unseren Möglichkeiten als Christen in dieser Welt. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Jesus lobt nicht die Urkundenfälschung und auch nicht die Verschwendung, schon gar nicht den Diebstahl. Es wird ja von Anfang an gesagt, dass der Verwalter kriminell ist. Jesus lobt aber dessen Klugheit. Klug ist der kriminelle Verwalter nicht deshalb, weil er Bilanzen fälscht und fremden Besitz veruntreut. Klug ist der Verwalter, weil er seine Situation richtig einschätzt. Klug ist der Verwalter, weil er weiß, was ihm droht: das finanzielle, das gesellschaftliche, das persönliche Aus. Klug ist der Verwalter, weil er weiß, was jetzt dran ist: dass er Vorsorge treffen muss. Er setzt alles auf eine Karte, um sich zu retten. Jesus lobt sein entschlossenes Handeln. „Die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.“ sagt Jesus und sieht uns dabei ins Herz. 

 

Die Kinder des Lichts! Da sind wir gemeint! Wir sollen die Zeichen der Zeit wahrnehmen und handeln. Wir sollen Vorsorge treffen. Der kriminelle Haushalter setzt alles auf eine Karte, um seine Haut zu retten. Er setzt seine Begabungen und Fähigkeiten ein, um ans Ziel zu kommen. Um einmal unterzukommen bei den ehemaligen Schuldnern, um nicht unter der Brücke schlafen zu müssen. Denken wir daran, dass wir einmal Rechenschaft abgeben müssen? Wie gehen wir mit dem um, was uns anvertraut ist. Ich meine nicht nur Hab und Gut. Ich meine das, was Christus uns anvertraut hat: die Gute Nachricht, die wir in diese Welt hineintragen sollen. Setzen wir alles dran, dass Glaube, Hoffnung und Liebe in dieser Welt zu strahlen beginnen? Die Geschichte aus dem Neuen Testament hören wir am Ende des Kirchenjahres. Das erlaubt mir eine pragmatische Frage, die im Widerspruch zu stehen scheint mit einer oberflächlichen evangelisch-protestantischen Selbstsicherheit: denken wir an unsere Zukunftsvorsorge? Früher sagte man: denken wir an unser Seelenheil? Nanu, könnte man jetzt fragen. Haben wir nicht gelernt, dass wir für unser Seelenheil nichts mehr tun müssen? Sind wir nicht erlöst, allein aus Glauben, um Christi willen? Wie geht das zusammen mit der Mahnung aus dem Wochenspruch? Dort wird gesagt, dass wir offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Christi?  Erlauben wir uns also den Gedanken daran, dass Christus uns einmal fragen wird, wie wir mit den Gaben umgegangen sind, die er uns anvertraut hat, dass er sagen wird: Gib Rechenschaft? Was werden wir dann tun? Mit der Achsel zucken? Die Antwort googeln? 

 

 Die Rechtfertigung allein aus Gnaden im Glauben rechtfertigt nicht Faulheit und Bequemlichkeit und Oberflächlichkeit. Sie verträgt sich nicht mit Gleichgültigkeit. Gerade, weil wir erlöst sind um Christi Willen, sollen das Licht des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe hineintragen in diese Welt. Mutig und manchmal auch unkonventionell – wenn es darum geht dem Glauben ein Gesicht zu geben in unserer Welt, wenn es darum geht, der Hoffnung Raum zu verschaffen und ebenso der Liebe in dieser Welt. Wir sollen es wagen,  dabei alles auf eine Karte zu setzen. Unsere Energien – die hoffentlich nicht kriminell sind – sollen wir einsetzen, unsere Kraft, unsere Phantasie. Wir sollen aus dem Vollen schöpfen. So verstehe ich das Gleichnis. Gott hat uns Ideen gegeben, Phantasie, Begabungen, Talente. Die sollen wir nützen – damit dieses Licht des Evangeliums aufleuchten kann in dieser Welt. Wir sollen keine Zauderer sein, keine Nörgler und auch keine Angsthasen. Wir sollen Christus nachfolgen und darauf vertrauen, dass  Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreibt. Es spielt dabei keine Rolle, ob ich Erfolg habe, nach unseren menschlichen Maßstäben. Es scheint darauf anzukommen, dass ich aufmerksam darauf werde, was die Stunde geschlagen hat, dass ich wachsam werde und offen für das, was dran ist. Und zwar durchaus auch im eigenen Interesse. Es geht darum, dass wir unterkommen in der Hütte Gottes bei den Menschen, dass wir Aufnahme finden in seinem Reich, wenn wir die irdische Behausung verlassen müsse. Dran ist der Glaube, die Hoffnung, die Liebe. Dran ist das Evangelium. Dran ist die Gute Nachricht vom nahen Reich Gottes, das zu den Menschen kommen will. Es geht um das Reich Gottes, das mich aufnehmen, das einmal mein ewiges Zuhause werden soll. Eine alarmierende Geschichte hören wir heute. Und eine unbequeme, weil sie Rechenschaft fordert von unserem Tun. Eine Geschichte, die aufwühlt und Fragen stellt. Hoffentlich fühlen wir uns angesprochen. Amen.

19.11.2017


Frei werden von den üblen Bindungen. Predigt über Lukas 11,14-23 am Drittletzten Sonntag nach Trinitatis 


Und (Jesus) trieb einen Dämon aus, der war stumm. Und es geschah, als der Dämon ausfuhr, da redete der Stumme, und die Menge verwunderte sich. Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Dämonen aus durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen. Andere aber versuchten ihn und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet und ein Haus fällt über das andre. Ist aber der Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, ich treibe die Dämonen aus durch Beelzebul. Wenn aber ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn ein gewappneter Starker seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seine Rüstung, auf die er sich verließ, und verteilt die Beute. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. (Lutherbibel 2017, herausgegeben von der Deutschenbibelgesellschaft) 

 

„Exorzisten – Prozess: Dämonen in Zimmer 433“  Was für eine Schlagzeile. Da bin ich bei meiner Morgenlektüre neugierig geworden. Gespannt habe ich weitergelesen, mit etwas Gänsehaut und leichtem Grusel. Die Online Ausgabe einer großen Tageszeitung hat mit dieser Schlagzeile ihre Berichterstattung über eine Gerichtsverhandlung begonnen. Was war geschehen? Fünf Südkoreaner hatten im Jahr 2015 in einem Frankfurter Hotel eine Verwandte zu Tode gequält. Ihr Opfer sei vom Teufel besessen gewesen, so  verteidigten sie sich. Mit ihren Maßnahmen wollten sie die Dämonen austreiben. So etwas kommt also auch im 21. Jahrhundert vor, denke ich mir.  Da werden Erinnerungen an meine Schulzeit wach. Gab es vor 40 Jahren nicht auch  einen ähnlichen Fall in Unterfranken? Eine Studentin starb an Unterernährung, nachdem zwei Priester 67 mal versucht hatten, den Teufel auszutreiben. Es heißt, sie wog zuletzt 31 Kilo. 

 

 Auch im Evangelium, über das wir heute nachdenken, wird von einer Teufelsaustreibung berichtet. Dass Dämonen in der Welt ihr Unwesen treiben, war für Jesus keine Frage und für den Evangelisten Lukas auch nicht. In unserer Geschichte ist die Austreibung des Dämons jedoch eher Nebensache. In einem Satz wird sie abgehandelt. Sie ist der Aufhänger für eine Auseinandersetzung, einen Disput, den Jesus führt. Da geht es darum, aus welcher Vollmacht heraus Jesus handelt. Und es geht darum, ob die Menschen die Zeichen erkennen, die hinter den Wundern Jesu stehen. 

 

Von einem stummen Dämon ist in unserer Geschichte die Rede. Der hat einen Menschen in seine Gewalt gebracht, hat ihn seiner Sprache beraubt. Nach seiner Austreibung beginnt der jetzt Befreite zu sprechen. Endlich kann er sich von der Seele reden, was ihn bedrückt hat. Was für eine Befreiung. Die Menge wunderte sich darüber, so lesen wir. Vielleicht kannte sie den Menschen nur gefangen in seiner Schweigsamkeit. Und jetzt redet er. Vielleicht wie ein Wasserfall? Die Menge. Sie hat kein Gesicht. Ist anonym. Schaulustige werden darunter gewesen sein. Familienangehörige, Nachbarn, Freunde. Und sicher auch Schriftgelehrte und Pharisäer, wie so oft. Einigen genügt nicht, was sie gesehen haben. Sensationslüstern verlangen sie weitere Wunder, weitere Zeichen. Der Geheilte, der Befreite steht ratlos daneben. An dem hat keiner richtig Interesse. Was er wohl zu sagen hätte? 

 

Eine seltsame Geschichte hören wir heute. Der Wochenspruch für den Drittletzten Sonntag im Kirchenjahr ist mir eine Hilfe, um sie  besser zu verstehen. Im 2. Brief an die Korinther schreibt der Apostel Paulus: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade. Siehe, jetzt ist der Tag des Heils.“  Es geht darum, zu erkennen, wer dieser Jesus ist und worauf die Wunder, die er wirkt, hinweisen wollen. Damit haben viele seiner Zeitgenossen ein Problem. In einem anderen Gleichnis sagt Jesus zu den Pharisäern: „Des Abends sprecht ihr: Es wird ein schöner Tag werden, denn der Himmel ist rot. Und des Morgens sprecht ihr: Es wird heute ein Unwetter kommen, denn der Himmel ist rot und trübe. Über das Aussehen des Himmels wisst ihr zu urteilen, über die Zeichen der Zeit aber könnt ihr nicht urteilen?“ (Matthäus 16,2) Was aber sind den die Zeichen der Zeit? Es sind Heilszeichen, die Jesus wirkt.  Die Menschen sollen an ihnen wahrnehmen, wer hinter Jesus steht: wenn er redet, spricht Gott. Wenn er handelt, handelt Gott. „Wenn ich mit den Finger Gottes die Dämonen austreibe, ist das Reich Gottes  zu euch gekommen!“ 

 

Das Reich Gottes – seine Herrschaft,  das ist es, wonach sich der Gläubige von Herzen sehnt. Das ist die Zeit, in der unsere Wunden endlich heilen, die Zeit, in der die Sehnsucht nach Frieden endlich gestillt wird, in der sich Tränen des Kummers in Tränen der Freude verwandeln. Es ist die Zeit der Befreiung. Die Menschen werden frei von den unheilvollen Bindungen, unter denen sie zu leiden haben, die ihnen die Lebenskraft entziehen. Diese Zeit des Heils und der Befreiung bricht an, wenn Gott sein Volk besucht. Wenn er zu den Menschen kommt. Aber die Menschen nehmen dieses Wunder nicht wahr. Die Menschen erkennen die Zeichen der Zeit nicht, weil sie sich mit anderen Dingen beschäftigen oder weil sie von anderen Mächten und Kräften in Besitz genommen sind. 

 

Was machen die Augenzeugen der Wunder Jesu? Sie staunen nicht. Sie hinterfragen das Wunder und den Wundertäter. Sie sind misstrauisch – nicht immer zu unrecht. Zu häufig sind sie enttäuscht worden. Scharlatane hat es damals auch gegeben. Deshalb werfen sie Jesus vor, mit dem Teufel im Bund zu sein, dem Vater der Lüge. Jesus kann ihre Vorwürfe entkräften. Er sagt: „Wenn ich mit dem Teufel im Bunde wäre, dann würde sich der Teufel selbst ein Bein stellen, dann wäre jetzt sein Reich schwächer als vorher! So dumm ist er nicht. Außerdem ist Jesus nicht der einzige, der Teufel austreibt. „Eure Söhne machen das schließlich auch!“ sagt Jesus und fragt: „Aus welcher Vollmacht tun denn sie das?“ Daran werden sie zu knabbern haben, die Kritiker. 

 

Die Zeichen der Zeit weisen darauf hin, dass jetzt das Heil zu den Menschen kommt. Sie sollen heil werden und frei werden unter der Herrschaft Gottes. Aber diese Zeichen  kann man nur im Glauben wahrnehmen. Dass in Jesus Gott selbst am Werk ist, kann man nur erkennen, wenn man mit den Augen des Herzens schaut, um ein anderes Apostelwort zu zitieren. (Epheser 1,18) Diese Geschichte regt mich an, darüber nachdenken, was uns heute bindet, was uns heute ablenkt, damit wir die Zeichen nicht wahrnehmen, damit wir nicht erkennen, dass Gottes Herrschaft angebrochen ist. Unter welchen Mächten und Gewalten  haben wir heute zu leiden, frage ich mich, woher sie wohl kommen? 

 

Sie alle kennen sicher das schöne Gedicht von Rudolf Otto Wiemer: „Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel.“ Vielleicht könnte man in Anlehnung daran auch sagen: „Es müssen nicht Wesen mit Hörnern sein, die Teufel.“ Gibt es doch Kräfte, die den Menschen in Beschlag nehmen, ihnen die Freiheit rauben, sie versklaven. Sie vergiften die Seele und zerstören den Menschen, über den sie herrschen. Spielt es da eine Rolle, welche Namen sie tragen, ob wir sie Beelzebul nennen oder nicht? Da sind die Schäden, die sie anrichten: die Gleichgültigkeit zum Beispiel, der Egoismus, die Gier nach Geld, nach Reichtum und Macht, der Ehrgeiz, der sich über die Grenzen des Anstands hinwegsetzt, das Misstrauen und der Hass gegenüber allem, was fremd ist. Da ist die Sucht nach Drogen, nach Sex, nach hemmungsloser Macht. Es gibt so viele Kräfte und Mächte, die den Anspruch erheben auf das Leben der Menschen, die sich vordrängen, den Glauben, die Hoffnung und die Liebe beiseite schieben, an den Rand drängen oder lächerlich machen. Dämonisch sind sie, weil sie den Menschen von Gott fern halten und zerstören, was nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist. 

 

 „Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils.“ Jetzt ist die Zeit der Heilung und des Herrschaftswechsels angebrochen. Sie hat Gestalt angenommen in Jesus von Nazareth. Deshalb bin ich heute aufgefordert, darüber nachzudenken, mir klar zu werden, in welche Bindungen ich stehe, welchen Kräften ich erlaube, auf mich Macht und Einfluss zu nehmen und welchen Mächten ich gehorche. Ich denke nicht, dass den unheilvollen Kräften und Mächten mit Weihrauch und mittelalterlichen Riten beizukommen ist, wenn sie einen Menschen in der Gewalt haben. Auf die Frage seiner Jünger, wie man denn diesen Dämonen beikommen könne, sagt Jesus: „Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten.“ (Markus 9,29) Eines kann ich also tun, eines, das wirksam ist, eines das hilft. Ich kann mich und die Menschen, die ich liebe, um die ich mich sorge, dem anvertrauen, der mit dem Finger Gottes die Dämonen austreibt und Gottes Reich auch zu mir bringt. Ich kann ihn einladen, in das Haus meines Lebens einzutreten, die Herrschaft anzutreten. Vielleicht spüre ich dann etwas, das der Stumme in unserer Geschichte auch gespürt haben muss: dass sich eine Fessel löst, dass ich wieder frei werde. Frei für das Reich Gottes. Die Geschichte, die wir gehört haben, ist im weiteren Sinn eine Wundergeschichte. Sie erzählt vom Wunder der Befreiung. Die letzte Zeit ist eine Zeit, in der ich mit dem Wunder rechnen darf. Ich meine das Wunder, dass  Gottes Herrschaft bei mir ankommt. Denn dazu bin ich bestimmt – zu einem Leben in Gottes Reich, unter seiner Herrschaft. Amen. 

12.11.2017


Was ist mir wichtig? Mut zum Bekenntnis! Predigt über Mt.10,34 - 39  am 5.11.2017 


Jesus sagte: Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden (Lutherbibel 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft)

 

Heute  spricht Jesus recht harte Worte. Ehrlich gesagt - sie erschrecken mich. Sie zeigen mir einen anderen Jesus, als den, den ich im Herzen trage. Da höre ich nicht den Guten Hirten, der die Arme ausbreitet, um den umkehrwilligen Sünder aufzunehmen. Der Jesus, der hier spricht, ist mir fremd. Er erscheint mir als flammender Redner. Er jagt mir mit seinen Worten Furcht ein. Und was er alles sagt! Zum Beispiel, dass er das Schwert bringt anstelle des Friedens. Er verlangt von mir, dass ich ihn mehr liebe als meine Familie. Ich höre ihn sagen, dass ich seiner ansonsten nicht wert sei. Und schwere Opfer verlangt er:  „Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.“

 

Mein erster Gedanke: lass ihn reden und geh weiter! In der Fußgängerzone würde ich das jedenfalls tun. Aber nun spricht da kein fanatischer Sektenprediger. Es ist der Herr, der uns ins Gewissen redet. Trotzdem möchte ich mir am liebsten die Ohren zuhalten. Es gibt schönere, erbaulichere  Bibelworte als diese. Wer sich aber die Ohren zuhält, überhört vieles. Er überhört die Zusage Jesu, der uns das Leben verspricht - gerade dann, wenn wir glauben, unser Leben zu verlieren. Er sagt: „Wer sein Leben findet, der wird's verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden.“

 

Jesus ist kein Fanatiker, der absoluten Gehorsam und uneingeschränkte Unterwerfung fordert. Die Worte aus unserem Abschnitt klingen zunächst hart. Sie fordern Entscheidung und Treue. Auch werden faule Kompromisse verworfen. Aber am Ende steht die Lebenszusage. Sie gilt allen, die ihr Vertrauen auf diesen Herrn Jesus setzen - gerade dann, wenn es schwer fällt. Jesus bereitet seine Jünger auf diese Zeit vor. Er spricht von einem Alltag, wie ihn viele Gläubige in der Tat erlebt haben und heute auch noch erleben müssen - und das nur, weil sie  Christen sind und ihren Glauben an Jesus Christus nicht verleugnen. 

 

Wenn ich  an den Jesus denke, wie ich ihn aus der Heiligen Schrift kenne, dann erschrecken mich diese Worte von vorhin auf einmal nicht mehr so sehr. Sie passen zu dem einen Mann, der sein ganzes Leben in den Dienst Gottes stellt. Ich sehe ihn energisch für Gottes Willen eintreten. Ich sehe aber auch, wie er die Kinder auf den Schoß nimmt, sie herzt und segnet und den Erwachsenen als Vorbilder hinstellt: „Wenn ihr das Reich Gottes nicht annehmt, wie ein Kind, werdet ihr nicht hinein kommen.“ Der Jesus, den mir die Bibel vorstellt, ist energisch, wenn es um Gottes Reich geht. Und doch gilt seine ganze Liebe den Menschen, denen er dieses Gottes Reich verkündet. Grenzenlos ist seine Liebe, sie gilt sogar  den Feinden, die ihn verraten, verurteilen und ans Kreuz schlagen. Für sie betet er: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“

 

Dieser Jesus bereitet seine Jünger auf ein Leben in der Nachfolge vor. Er sagt ihnen, dass sie es nicht leicht haben werden. Im Gegenteil. Es wird ihnen nicht viel besser ergehen als ihm. Sein Eintreten für Gottes Willen hat ihn ans Kreuz gebracht. Wieso sollte es da den Jüngern besser gehen? Doch ist es auch ein Leben in der Fülle. Da sind auch die anderen Bilder. Sie zeigen Jesus, der mit den Menschen zu Tisch sitzt, feiert, ißt und trinkt. Er pflegt Gemeinschaft mit ihnen, damit sie spüren: so wird es sein im Reich Gottes. Gott will Gemeinschaft mit euch haben. Allerdings ergeht in diesem Zusammenhang der Aufruf: erweist euch dieser Gemeinschaft würdig. 

 

Die Worte Jesu fordern deshalb eine Entscheidung heraus. Sie bringen mich zum Nachdenken. Was ist mir wichtig im Leben? Was ist mir so wichtig, dass ich nicht darauf verzichten kann? Für die Jünger war die Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus so wichtig, dass sie ihre Familien verlassen haben.  Jesus fordert keinen blinden Gehorsam. Er stellt uns nicht einfach vor die Wahl: entweder deine Familie oder ich. Die Worte Jesu sagen mir, dass es Situationen gibt, in denen mir Menschen fremd werden, die mir vorher nahe standen. Die Worte Jesu sagen mir, dass Familienbande auseinanderreißen können, wenn es um die Entscheidung geht zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Recht und Unrecht, zwischen Leben und Tod. Die Worte Jesu sagen mir, dass es Augenblicke im Leben geben kann, in denen ich mich entscheiden muss, was mir wichtig ist in meinem Leben. So wichtig, dass ich keinen Kompromiss schließen kann. Auch nicht, um des lieben Friedens willen in der Familie oder im eigenen Haus. 

 

Das hat auch Martin Luther erleben müssen. Vor einer Woche, am Reformationsfest,  haben wir daran gedacht, wie er im Jahr 1517 die 95 Thesen über den Ablass an die Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen und damit den Anstoß zur Reformation der Kirche gegeben hat. Martin Luther hatte  um Christi willen viel riskiert - den Bruch mit seiner Familie, als er ein paar Jahre zuvor ins Kloster gegangen ist. Den Bruch mit der Kirche, weil er seine Thesen nicht widerrufen hat und schließlich auch den Bruch mit dem Kaiser, der die Reichsacht über ihn verhängt und ihn damit für vogelfrei erklärt hat. 

 

Martin Luther hätte es einfacher haben können. Er hätte nur einen Widerruf unterzeichnen und künftig schweigen müssen. Auf dem Reichstag zu Worms hat er dem Kaiser aber erklärt, dass er nicht schweigen könne. Man müsse ihn schon durch die Heilige Schrift widerlegen. Ein Widerruf nur um des lieben Friedens willen wäre für ihn Verrat am Evangelium  und damit an Jesus Christus gewesen. 

 

Ich möchte keinen evangelischen Patriotismus mit Martin Luther als verklärten Heiligen ausrufen. Er ist für mich ein Glaubenszeuge, an dem sichtbar wird, was alles geschehen kann, wenn ich meinem Glauben treu bleibe. Der Glaube an Christus ist für ihn so wichtig, dass er sich mit allem anlegt, was Rang, Namen und vor allem Macht besitzt, dass er seine gesicherte Stellung riskiert und schließlich auch um sein Leben fürchten muss. Den Mut und die Kraft dazu hat er von Gott bekommen. Da bin ich mir sicher. Ich glaube, Jesus verlangt viel von uns, aber er überfordert uns nicht. Wenn es darum geht, die Wahrheit des Glaubens zu bezeugen, dürfen wir mit seiner Hilfe und seinem Beistand rechnen. 

 

Ich denke an andere Glaubenszeugen, die ähnliches erfahren haben. Ich denke an evangelische und katholische Christen. Ich denke an Dietrich Bonhoeffer oder an Pater Rupert Mayer. Sie mögen stellvertretend für viele genannt werden.  Sie haben in der schlimmen Zeit des dritten Reiches am Glauben festgehalten und dafür ihre Gesundheit, ja ihr Leben geopfert. Ich glaube, dass Gott selbst ihnen die Kraft gegeben hat, Nein zu sagen zu dem unmenschlichen, antichristlichen System, unter dem sie gelitten haben. Aber dieses Nein, das sie im Gehorsam gesprochen haben, hat  sie unter das Kreuz geführt. 

 

Der Blicke in die Geschichte zeigt mir, dass Jesus in unserem Bibelwort von den Momenten in unserem Leben spricht, in dem wir vor die Frage gestellt werden, wie wichtig uns der Glaube und der Gehorsam gegenüber Gott ist. Ich denke, dass wir vor dieser Frage auch dann stehen, wenn Leib und Leben nicht bedroht. Ich denke an die Verödung des Glaubens in unserer Zeit. Was ist uns heute eigentlich noch heilig? Was sind heute die Maßstäbe für unsere Entscheidungen darüber, was gut oder was schlecht ist. Was wissen wir heute eigentlich noch über den christlichen Glauben, über das, was Christen „heilig“ sein sollte. Wie bekannt ist unter uns noch die Bibel, das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis. Wie ernst nehmen wir noch die 10 Gebote?  Wie ernst nehmen wir noch das Versprechen, das wir zur Konfirmation abgelegt haben - unter Jesus Christus, unsern Herrn zu leben und im Glauben an ihn zu wachsen 

 

 

Die Entscheidung für Jesus Christus ist eine Entscheidung zum Leben. Jesus Christus will uns Leben schenken, wahres Leben - in seiner Nähe, getragen von seiner Liebe, die stärker ist als alles, was uns Angst macht in dieser Welt. Die Reformation hat uns den Blick wieder frei gemacht für diesen Christus. Nein, Jesus ist kein fanatischer Prediger, an dem man besser schnell vorbei geht - auch wenn seine Worte manchmal hart klingen. Er fordert unsere Entscheidung. Er will uns ganz für sich haben. Er will uns das Leben schenken, das von der Angst befreit ist. Wir glauben an den Jesus  Christus, der sich zum Schwachen, zum Sünder herunterbeugt, der für uns zum Weg, zur Wahrheit und zum Leben geworden ist. Vertrauen wir ihm, dass er uns zum Leben hilft, das wir suchen. Und wagen wir es, den anderen von unserer Hoffnung zu erzählen, die wir mit dem Namen Jesu verbinden. Haben wir keine Angst, unseren Glauben zu bekennen. Wir werden merken, dass wir  in Wahrheit nichts verlieren, sondern alles gewinnen - das Leben und die Seligkeit. Amen. 

5.11.2017