Pfarrer Stefan Köttig
Gott nahe zu sein ist mein Glück (Psalm 73 Vers 28)

Predigten im Monat Mai 2017



Lebensdurst. Predigt über Joh.7, 37-39 am Sonntag Exaudi (28.5.2017)

Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht. (Luthertext 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft) 

„Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ Mit wenigen Worten ist es Jesus gelungen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. „Kommt her zu mir! Kommt und trinkt!“ ruft er den Menschen zu. Wie reagieren wir auf die Einladung. Nehmen wir sie an? Oder winken wir ab, höflich vielleicht und doch bestimmt. „Nein danke, ich habe keinen Durst.“ Dann scheinen wir ihn nicht verstanden zu haben. 

 „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ sagt Jesus. Vielleicht haben ihn manche Zeitgenossen auch missverstanden. Jesus ist nicht unter die Wasserverkäufer gegangen, die es in Jerusalem gegeben hat. Die haben in diesen Tagen ihr Geschäft gemacht. „Kommt und trinkt“ werden sie gerufen haben. Mit ihren Wasserschläuchen haben sie sich unter die Menschen gemischt. Und wirklich – ein Schluck Wasser wird vielen gut getan haben, vor allem, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen ist. Und das waren sicher viele. Die haben sich auf den Weg in die Heilige Stadt gemacht, um dort das Laubhüttenfest zu feiern. Ich glaube aber, an diesen Durst hat Jesus diesmal nicht gemeint. Ich glaube, er denkt an einen anderen Durst, an den Lebensdurst. 


Nicht nur die Kehle ist durstig, zuweilen. Auch die Seele. „Meine Seele dürstet ...“  heißt es in den Liedern der Bibel, den Psalmen. Sie beschreiben so die tiefe Sehnsucht der Menschen. Es gibt so vieles, wonach die Seele dürstet:  Liebe und Geborgenheit,  Zuwendung, Hoffnung. Vor allem aber sehnt sich die Seele nach Gott. „Meine Seele dürstet  nach Gott, nach dem lebendigen Gott...“  verrät uns der Beter des 43. Psalms.  Wir haben Durst. Lebensdurst. Wir spüren ihn, einmal stärker, einmal schwächer. Wir haben Sehnsucht nach Erlösung, nach Frieden und Erfüllung. Wir haben Sehnsucht nach der innigen Gemeinschaft mit Gott. Die haben wir verloren. Das Paradies haben wir verloren. Danach haben wir Sehnsucht. Viele von uns spüren diesen Durst – aber sie wissen nicht, wonach sie dürsten. Sie sind umgetrieben, sie haben Sehnsucht – aber sie wissen nicht wirklich, wonach eigentlich. Die Seele hat es vergessen. Sie spürt zwar den Durst, das Verlangen. Aber sie weiß nicht mehr, wonach sie sich ausstreckt. In den Lieder des Glaubens, in unseren Gebeten haben wir eine Möglichkeit  unsere Sehnsucht zum Ausdruck zu bringen, sie Gott vorzutragen. Das Laubhüttenfest, auf dem Jesus auftritt, hat den Juden die Möglichkeit geboten, ihre Sehnsucht nach Gott Ausdruck zu  verleihen und vielleicht auch zu stillen. 

Das Laubhüttenfest war eines der drei höchsten Feste Israels. Es wurde im Herbst gefeiert. Eine Woche hat es gedauert. In diesen  Tagen lebten die Frommen in einfachen Laubhütten. „So lebten unsere Väter und Mütter auch!“ dachten sie. Vierzig Jahre sind sie durch die Wüste gezogen, haben in Zelten gewohnt, immer im Aufbruch, angetrieben von der Sehnsucht nach dem Land, dem Milch und Honig fließt, nach dem Zuhause, aus dem sie nicht mehr vertrieben werden können. Wenn das Laubhüttenfest gefeiert wurde, dankten die Israeliten Gott für das Land, das er ihnen geschenkt hatte. Und wenn auch nicht gerade Milch und Honig darin floss, so bot doch die Ernte dieses Jahres Grund genug, dem Allmächtigen dafür zu danken und zu preisen. Ein fröhliches Fest war das Laubhüttenfest. Aber es war nicht nur ein dankbarer Rückblick in Israels Geschichte, sondern gleichfalls ein sehnsüchtiges „Ausschau halten“ nach der Heilszeit, in der  Gott  seinem Volk den Durst nach Frieden und einem erfüllten gesegneten Leben endgültig stillen würde. Wir sind noch nicht Zuhause. Wir haben noch nicht unsere feste Bleibe. Wir sind noch unterwegs. Wir leben immer noch aus dem Koffer – wer in Laubhütten lebt – wenn auch nur für ein paar Tage – erinnert sich an diesen Lebensumstand.

In verschiedenen zeichenhaften Handlungen haben die Israeliten ihre Sehnsucht zum Ausdruck gebracht. Eine davon war das tägliche Wasserschöpfen am Morgen, das besonders am letzten Tag sehr feierlich war. Aus dem Teich Siloah schöpften die Priester in der Frühe das Wasser und trugen es dann in einer feierlichen Prozession zum Tempel. Dort wurde es aus einer goldenen Kanne in die Opferschalen des Altars gegossen. Wie viele Bilder und Erinnerungen sich mit dieser Handlung verbinden mögen? Bilder, die Gottes Freundlichkeit und Fürsorge dem einzelnen in Erinnerung ruft. „Da hat Gott mich gesund gemacht.“ „Da hat er mir geholfen.“ „Da hat er mich beschützt.“ Danken und Bitten sind bei diesem Fest Hand in Hand einhergegangen. „Herr, gib dem Boden den Regen den er braucht, damit die Früchte wachsen können.“ „Herr, bewahre uns vor Dürre.“ „Gib Einhalt den gefräßigen Heuschrecken.“ „Bewahre uns vor Krieg, vor Seuchen und anderer Gefahr.“ JUnd erst recht wurde so die Sehnsucht nach der Zeit zum Ausdruck gebracht, in der Gott endlich Wasser auf das Durstige und Ströme auf das dürre Land regnen lassen möge, in der endlich der Messias wiederkommen und die Gläubigen aus ihrer Not erretten wird. Vor allem aus der Glaubensnot. Das können wir sicher verstehen. Wie oft verwandelt sich die Seele in dürres Land, trocknet der Zweifel den Glauben aus – wenn die Krankheit stärker ist als die Medizin, wenn die Gebete nicht erhört werden, wenn der geliebte Mensch stirbt, die Frau, das Kind, der Mann. Ach, es gibt so viele Gründe, die gegen den Glauben sprechen. 

An diesem Feiertag, vielleicht sogar während dieser Zeremonie, spricht Jesus seine Einladung aus an die Durstigen: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke.“ Zu mir! sagt Jesus. Zu mir sollt ihr kommen, nicht zu den Priestern! Denn ich bin der, nach dem ihr euch sehnt. Ich bin die Quelle des Heils, die in der ersehnten Zeit hervorbrechen und euch Leben und Glück in Fülle schenken soll. Ich bin es, der euren Lebensdurst stillen kann. 


Auch zu uns spricht Jesus: ich bin die Antwort auf eure Fragen, ich bin der Trost, nach dem euer Herz verlangt! „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ sagt Jesus. Jedem gilt diese Einladung. Jesus verbindet seine Einladung mit einem Versprechen, einer Verheißung. „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ An Jesus zu glauben bedeutet: ich erkenne, dass ich alles bei ihm finde, von ihm bekomme, was ich mir vom Leben erhoffe.

Und noch etwas darf ich glauben: dass mich dieses Leben in der Gemeinschaft mit Jesus verändern wird. „Ströme lebendigen Wassers“ werden von mir ausgehen. „Lebendiges Wasser“ werde ich sein, kein abgestandenes, fauliges, das krank macht. Ich werde wie frisches Quellwasser sein, klar und rein, das  dürres Land in einen blühenden Garten verwandelt. Wer zu Jesus kommt und trinkt, wer an ihn glaubt und mit ihm lebt, wird sich verändern. Für die vielen durstigen Zeitgenossen wird er selbst zum blühenden Garten, zur Oase, in der sie ihren Durst stillen können, in der sie  eine Antwort bekommen, auf ihre ungestillte Sehnsucht nach Leben, nach Liebe, nach Vertrauen, nach Gott. Ich kann mir kein schöneres Bild, keinen schöneren Vergleich für ein erfülltes Leben vorstellen, als das vom blühenden Garten. Das Bibelwort aus dem Johannesevangelium  sagt mir, dass Jesus uns erfülltes, gesegnetes Leben schenken will – selbst, wenn der Leib krank bleibt und stirbt. Die Seele atmet auf, vergnügt vielleicht und befreit von der Last, erlöst und in Frieden. 

„Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!“ höre ich Jesus sprechen. Die Leute haben ihn nicht verstanden. Jesus spricht vom Geist, den sie empfangen sollten. Das Pfingstfest, das wir nächste Woche feiern werden, hat mit diesem Geist zu tun, von dem Jesus spricht. Jesus ist auferstanden und verherrlicht. Das Fest des Heiligen Geistes erinnert uns immer wieder  daran, wie Gott die Verheißung seines Sohnes an uns wahr macht. Er kommt zu uns, damit wir aufblühen können im Leben – wie Blumen in einem bewässerten Garten. 

 

Vor dem Pfingstfest hören wir diese Einladung Jesu – vielleicht nicht mit trockenen Kehlen, vielleicht aber  mit einer durstigen, ausgetrockneten Seele. Unsere Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott und nach dem lebendigen Wasser, das er uns schenken will –  durch  Jesus Christus. Ein durstiges Gottesvolk sind wir also. Um den lebendigen, den erfrischenden Geist des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe wollen wir deshalb bitten, immer wieder – damit unsere Kirche zur Oase wird in dieser Welt, die oft einer Einöde gleicht – hoffnungslos, staubig und steinig. Wir wollen den Gottessohn um das Wasser des Lebens bitten, um den Geist, um seine Zuwendung und Hilfe. Damit wir aufblühen und Zeichen der Hoffnung setzten in dieser Welt.. Amen. 

 


Wo wohnt Gott? Predigt über 1. Könige 8,22-28 am Fest Christi Himmelfahrt 

Was muss das für ein Festtag gewesen sein, damals! Ich denke mir, da waren alle „aus dem Häuschen“. Im buchstäblichen und im übertragenen Sinn.  Damals, in Jersualem. Endlich waren die Arbeiten abgeschlossen. Endlich war der Tempel fertig. Wie lange haben sie daran gebaut! Wie viel Mühe hat dieses Gotteshaus gemacht! Wie viele Hände haben daran gearbeitet! Aber nun ist er fertig, der Prachtbau. Nun wird er eingeweiht. Da bleibt keiner Zuhause. Da strömen sie alle hin zum Tempel. Salomo tritt vor dem Altar und spricht das Gebet zur Tempelweihe. Seine Worte wehen über den Tempelvorhof bis in den hintersten Winkel. Alle können ihn hören – die Priester, die Schriftgelehrten, die Baumeister, die Handwerker, das ganze Gottesvolk, das sich versammelt hat. 

  

„HERR, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen; der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast. Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage. Nun, HERR, Gott Israels, halt deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast: Es soll dir nicht fehlen an einem Mann, der vor mir steht, der da sitzt auf dem Thron Israels, wenn nur deine Söhne auf ihren Weg achthaben, dass sie vor mir wandeln, wie du vor mir gewandelt bist. Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast. Denn sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, HERR, mein Gott, auf dass du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir ...“ (Lutherbibel 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft) 

  

Ob die Baumeister mit diesen Worten zufrieden waren? Kein Lob ihrer Arbeit. Kein Dank an die Architekten. Kein Lobgesang auf menschliche Kunst und Fertigkeiten. Vielmehr schleicht sich etwas Kritik ein in dieses Gebet oder wenigstens deutliche Skepsis. „Sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? „fragt Salomo. Er ist eben ein weiser König. Niemand wagt ihm zu widersprechen. Nicht nur, weil er der König ist. Sondern, weil er Recht hat„Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich für dich, Gott, bauen ließ?“ fragt er und schafft vielleicht damit erst die Voraussetzung, dass der Tempel den Israeliten zum Gotteshaus wird: indem er demütig bleibt, in dem er nicht vergisst, dass er eben nur ein Mensch ist. Ein mächtiger Mensch zwar. Ein König und ein weiser noch dazu. Aber halt doch nur ein Mensch.

  

Wie vergänglich ist doch alles, was der Mensch schafft. Und wie relativ ist das, was wir für großartig halten. Für heutige Verhältnisse war dieser Tempel ein recht bescheidenes Bauwerk. Aber was ist schon wirklich groß?  Ich muss bei diesen Worten an das Foto einer Urlaubsreise aus den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts denken. Es hat inzwischen schon historische Bedeutung. Es zeigt ein kleines Gotteshaus in beeindruckender Umgebung. Es ist die St Pauls Chapel in New York. Hinter ihr erhebt sich ein gigantisches Bauwerk. Eigentlich sind es zwei. Ich spreche vom World Trade Center, kurz auch Twin Towers genannt, Zwillingstürme. 

  

Diese Kirche wurde in den Jahren zwischen 1764 und 66 erbaut. Ein malerischer Friedhof mit alten Grabsteinen windet sich um das Gotteshaus. Es überstand ein großes Feuer im Jahr  1776, zwei Weltkriege und den 11. September 2001 – der Tag, an dem das übermächtige World Trade Center  durch ein Attentat in Schutt und Asche gelegt wurde. Obwohl das Gotteshaus keine 700 Meter von der Unglücksstelle entfernt war, soll kein einziges Fenster zu Bruch gegangen sein. Dieses Ereignis stellt für mich alles in Frage, was nach menschlichem Ermessen groß und mächtig erscheint. An das Foto von diesen beiden Gebäuden muss ich denken, wenn ich das Gebet zur Tempelweihe lese oder höre, das von Salomo überliefert wird. Auch der Tempel war kein Bauwerk für die Ewigkeit. Auch er wurde durch die Babylonier zerstört, wieder aufgebaut und zuletzt durch die Römer erneut zerstört. Heute kann man die Reste der Westmauer des zweiten Tempels besuchen. Es ist die Klagemauer, an der fromme Juden beten. Manche stecken Zettel mit Gebeten, Wünschen oder Klagen in die Ritzen. Wenn sie herausfallen, werden sie aufgesammelt und an einem geeigneten Ort bestattet. Die Klagemauer ist zum Symbol für den Bund geworden, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat – ein ewiger und unvergänglicher Bund. Er hält dem Wandel stand. 

  

Nein – Salomo hatte schon Recht: all diese Gebäude, die in unseren Augen so herrlich und wunderbar sind, können die Herrlichkeit und Majestät Gottes nicht fassen – kein Tempel, keine Synagoge und auch kein Dom, sei er noch so prächtig. Alles, was von Menschenhand geschaffen wird, ist der Vergänglichkeit preisgegeben. Wollte Salomo also seinem Volk den Tempel madig machen? Gewiss nicht. Er wollte nur die Realitäten zurechtrücken. Und wir sollten das auch tun, bei aller Liebe zu unseren Kirchen, Kathedralen, Pfarrhäusern und Residenzen. 

  

Die Baumeister, die Kirchen bauen, tun dies – meistens – zur Ehre Gottes. Auch der Tempel wurde zur Ehre Gottes gebaut. Das Heiligtum der Kinder Israels sollte ein würdiges Zuhause haben: die Bundeslade, mit den zwei Gebotstafeln und dem Stab Aarons. Das Volk sollte ein geistliches Zuhause bekommen. Einen Ort, zu dem man pilgern kann, um Gott zu danken für die Wunder, die er getan hat, um sich mit Gott auszusöhnen beim Opfer, um ihn mit den Psalmen Davids zu preisen. Auch wir lieben unsere Gotteshäuser. Deshalb ist die Kirchweih in unseren Dörfern immer noch ein wichtiges Fest, das ausgiebig gefeiert wird. Die Gotteshäuser bieten unserem Herzen ein geistliches Zuhause. Hier hören wir Gottes Wort, hier feiern wir das Abendmahl, hier taufen wir unsere Kinder, hier geben sich Paare das Ja – Wort und hier nehmen wir Abschied von unseren Verstorbenen. 

  

Wenn wir aber unser Herz zu sehr an das hängen, was wir Menschen geschaffen haben, vergessen wir, dass Gott aber ganz anders ist, vergessen wir, dass wir uns eben kein Bild von ihm machen dürfen. Wir dürfen Gott nicht  einsperren: nicht in unseren Kirchen und auch nicht in unseren Vorstellungen, Gedanken und Herzen.  Vielleicht ist es gut, deshalb immer wieder das Gotteshaus zu verlassen, um den Gottesdienst draußen zu feiern. Wir denken daran, dass die Steine, aus denen Gottes Haus gebaut ist, nicht aus Sandstein bestehen und nicht durch Mörtel zusammen gehalten werden. Die Steine für Gottes Haus seid ihr, die ihr zum Gottesdienst gekommen seid.  Ihr baut Gottes Haus. Eure Lieder und Gebete, eure Glaube, eure Freude, euer Lob und eure Klage, euer Dank und eure Bitten – daraus baut sich Gott ein Haus.  Salomo sagt uns heute, worauf es ankommt, wenn wir Gottesdienst feiern, in den Kirchen oder unter freiem Himmel. „Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, Herr, mein Gott, damit du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.“ 

 

Darum geht es: um die Zuwendung Gottes. Gott will sich uns zuwenden. Er will zu uns Menschen kommen. Er will bei uns sein, teilhaben an unserem Leben. Gott hat sich auf den Weg zu uns gemacht. Er hat den Himmel verlassen und ist auf die Erde gekommen, er ist Mensch geworden. Er hat den Himmel verlassen, um bei uns zu sein. Wie paradox sich das anhört, am Fest Christi Himmelfahrt. Aber genau das feiern wir heute. Die Himmelfahrt Jesu zu feiern bedeutet: den Auferstandenen in der Mitte zu feiern, seine Nähe zu feiern.  Wir feiern das Geheimnis des Glaubens, dass er jetzt überall ist, wo sich Menschen im Gebet an ihn wenden. Der Himmel, in den Jesus aufgefahren ist, ist  nicht ein ferner Ort über uns. Der Himmel ist dort, wo Menschen dem Auferstandenen vertrauen. Er kommt zu uns, er spricht uns an in seinem Wort. Er stärkt unseren Glauben durch die Gaben von seinem Tisch, durch Brot und Wein. Er ruft uns beim Namen in der Taufe. Er hört uns zu, wenn wir uns an ihn wenden im Gebet. Seit Christi. Himmelfahrt gibt es  keinen Raum und keinen Ort mehr, in dem Jesus nicht zu finden ist und nichts und niemand kann sich seinem Einfluss entziehen. Wo er ist, da ist der Himmel. Der Auferstandene bringt den Himmel zu uns, in unser Herz, in unser Leben. Der Himmel kommt zu uns, wenn wir Jesus in unser Herz lassen. Unser Leben wird himmlisch, wenn er darin die Herrschaft antritt. Eigentlich ist das doch ein schöner Gedanke: unser vergängliches, sterbliches Herz wird zur Schnittstelle, wo Zeit und Ewigkeit aufeinandertreffen, ein unvergängliches Heiligtum also, das selbst der Tod nicht zerstören kann, weil der darinnen wohnt, der den Tod überwunden hat.  Amen. 

   




Vom Vorrecht der Freunde. Predigt über Lukas 11,5-13 am Sonntag Rogate 

Jesus sprach: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. ch sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf. Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! (Luthertext 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft)

Vom Vorrecht der Freunde erzählt Jesus in einer Geschichte aus dem Alltag.  Wir erfahren: Freunde dürfen auf die Nerven gehen. Sie dürfen stören. Sie dürfen unbequem sein. Sie dürfen einem die Ruhe rauben. Hartnäckig dürfen sie sein und Einwände beiseite schieben. Etwa: Mach mir keine Unruhe! So ist es in der Geschichte, die uns Jesus erzählt. Sie handelt von einem Mann, der in einer Notlage ist – und von diesem Vorrecht guter Freunde Gebrauch macht. Die Vorgeschichte ist kurz erzählt. Da   bekommt einer Besuch. Ganz überraschend. Und schon hat man ein Problem. Wie soll man den Gast nur verköstigen? Die Speisekammer ist leer. Der Gastgeber hat nichts, wirklich gar nichts, um seinen Besucher zu dieser späten Stunde noch zu bewirten. Das kommt in einem Land, in dem die Gastfreundschaft heilig ist, einer Katastrophe gleich. Aber halt! Da ist einer, der helfen könnte. Ein guter Freund, nur ein paar Häuser entfernt. Zu dem kann man gehen, sogar jetzt, mitten in der Nacht. Und so macht sich der Gastgeber eilig auf den Weg. Bei einem anderen würde er es wohl nicht mehr wagen, zu dieser Stunde noch anzuklopfen.

Ich stelle mir vor, dass es ihn schon Überwindung kostet,   das Haus zu verlassen. Schließlich gibt er sich eine Blöße, wenn er zu dieser Stunde noch einen anderen um etwas bitten muss.  Mit der Bitte um die drei Brote sind eine Reihe von unausgesprochenen Geständnissen verbunden: er gesteht einen Mangel ein. Er hat nicht genug zum Essen daheim. Er hat nicht daran gedacht, vorzusorgen. Er ist jetzt ganz auf seinen Freund angewiesen. Diese Geständnisse kosten Überwindung. Aber die besondere Notlage lässt ihn sogar seinen Stolz vergessen. Wie gut, dass er sie nur seinem Freund beichten muss – und nicht seinen Feinden. Der wird sich nicht weiden an seiner Not, das weiß er.

Außer Atem erreicht der Bittsteller das Haus seines Freundes und hämmert an die Tür. „Mach auf! Hilf mir!“ Mit jedem Schlag gegen die Haustür wird der Ruf etwas lauter, drängender. Keine Antwort von drinnen – zunächst. Hartnäckig muss er schon sein, unser Störenfried. Aber die Not lässt ihn beharrlich bleiben, bringt ihn dazu, immer wieder an das Tor zu schlagen. Mach auf! Lieber Freund, mach auf! Und es dauert seine Zeit, bis er eine unwirsche  aber vertraute Stimme aus dem Inneren des Hauses hört. „Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon verriegelt. Ich lieg  im Bett! Und die Kinder schlafen schon!“

Die Häuser in der Heimat Jesu waren nicht groß. Meist bestanden sie nur aus einem einzigen Raum mit einer Feuerstelle und einer einzigen Schlafstatt. Einmal verriegelt, ist die Tür die Nacht über zugeblieben. Es kostet einiges an Mühe, den Riegel wieder zurückzuschieben. Und es verursacht Lärm. Kein Wunder, dass man den Bittsteller lieber erst einmal abwimmeln möchte. Jesus sagt über den  Freund des Ruhestörers: „Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, dann wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf!“

Unverschämt ist der Bittsteller! In der Tat. Aber: er darf unverschämt sein. Die Notlage verzeiht das und ebenso die Freundschaft. Es geht um drei Brote. Es geht um die Gastfreundschaft. Es geht um Notwendiges. Also um etwas, das die Not wendet. Es geht darum: dass man seinen Gästen etwas vorsetzen kann, damit sie sich stärken können. Und es geht darum, dass man nicht vor den hungrigen Gästen  sein Gesicht verliert.

Vom Vorrecht der Freunde erzählt Jesus. Sie dürfen stören. Auch mitten in der Nacht.. Jesus will uns mit dieser Geschichte zum Beten ermutigen. Deshalb erzählt er sie. Gott ist unser Freund, erfahren wir heute: einer, zu dem wir kommen dürfen, zu jeder Zeit. Beten kann demnach so aussehen: sich aufmachen, obwohl es schon spät ist, bei Gott anklopfen, hartnäckig bleiben und wenn sich zunächst nichts rührt noch lauter klopfen. Beten und Bitten kann manchmal unverschämte Ausmaße annehmen.

Allerdings gibt es beim Beten auch Unterschiede zu unserer Geschichte. Sie ist schließlich nur ein Vergleich. Und Vergleiche hinken bekanntlich. Die einen mehr, die anderen weniger. Der Freund in der Geschichte hilft  nur deshalb, damit das Pochen an der Tür aufhört, damit wieder Ruhe ist und  noch ein paar Stunden Schlaf für ihn herausspringen. Deshalb macht er die Tür auf, versorgt den Störenfried mit einem Fresspaket und kriecht – vielleicht etwas verärgert – wieder unter die Bettdecke. Beten heißt anklopfen bei Gott. Aber:  wer betet, klopft nicht bei einem launischen Freund an. Gott hilft gerne! Gott hilft, nicht um seine Ruhe zu haben. Er speist uns nicht ab. Gott hilft, weil er uns liebt. Er wartet auf unser Gebet, gerade auf das dringende, nächtliche. Bei Gott gibt es keine Unzeiten.

Jesus will uns mit dieser Geschichte Mut machen, am Gebet festzuhalten, hartnäckig festzuhalten. Wenn wir beten, stehen wir vor der Tür und klopfen an. Wir klopfen  bei Gott an und wir tun es mit guten Gewissen. Was uns unter den Nägeln brennt, sollen wir vorbringen und darauf vertrauen, dass wir gehört werden. „Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan!“. Bittet, so wird euch gegeben! Mit leeren Händen und bangen Herzen stehen wir da und hoffen, dass Gott sie uns füllt – die Hände mit Brot und die Herzen mit  Liebe.

Bittet, so wird euch gegeben! Ich höre Jesus sagen: habt keine Angst davor, zu bitten, euch beschenken zu lassen. Ich meine das Geschenk seiner Zuwendung. Wie sich der Freund die Mühe macht, aus dem warmen Bett zu kriechen, die Tür zu entriegeln, um den Ruhestörer etwas zu geben – so ist Gott bereit, auf mich zu hören, sich mir zuzuwenden, sich von mir um etwas bitten zu lassen. Vertraut Gottes Liebe! Sie nimmt nächtliches Klopfen nicht übel.

Jesus erzählt von der Liebe Gottes – und knüpft dabei wieder an menschliche Empfindungen an. „Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete? Der Skorpion! Sein Stich kann äußerst schmerzhaft und manchmal auch tödlich sein. Die Schlange! Gott hat Feinschaft gesetzt zwischen ihr und den Menschen. Gefährliche Hausgenossen heute, wie zu Jesu Zeiten. Wer würde seinen Kindern so etwas antun und ihnen einen Skorpion oder eine Schlange in die Hand drücken? Lebensmittel sind Mittel, die zum Leben helfen. Wer würde ihnen stattdessen Mittel reichen, die den Tod bringen?  Die Antwort ist eindeutig: niemand würde so etwas tun. Die Kinder wissen das. Deswegen gehen sie zum Vater, bitten um den Fisch und um das Ei, damit sie satt werden.

Die Liebe der Menschen stößt schnell an ihre Grenzen. Sie reicht oft nur aus für die eigenen Kinder oder die besten Freunde. Die Liebe Gottes ist grenzenlos. Sie gilt allen Menschen. Er liebt sie ohne Vorbehalte.  Seine Liebe will Gott uns schenken. Darum sollen wir bitten. Mache mir keine Unruhe! Ich lieg schon im Bett. Ich hab mich zurückgezogen. Die Tür ist verriegelt! Solche oder ähnliche Einwände müssen wir nicht fürchten. Der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Das wusste schon der Beter des 121. Psalms. Vom Vorrecht der Freunde erzählt Jesus. Wir dürfen uns zu den Freunden Jesu zählen und zu den Kindern Gottes, die nicht das Gift von Schlangen oder Skorpionen fürchten müssen, wenn sie ihren Vater um etwas bitten. „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr  wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten.“

Vom heiligen Geist ist die Rede. Wir hören dieses Wort vom Beten zwei Wochen vor dem Pfingstfest, dem Fest des Heiligen Geistes. Viele Umschreibungen gibt es für den Heiligen Geist: Beistand, Tröster, Kraft aus der Höhe. Dies sind zugleich auch Umschreibungen für die Mittel, die die Seele zum Leben braucht  – wenn das Herz zaghaft wird, wenn die Liebe kalt wird, wenn der Hunger groß ist und die Lebenskraft von der Angst verzehrt wird: wir brauchen Beistand und Kraft, wir brauchen Trost und Hoffnung, wir brauchen die Liebe. Wir haben sie nötig wie das Brot zum Leben, die Lebensmittel für die Seele.

Deshalb braucht es vor allem die Bitte um diesen heiligen Geist, der uns Beistand und Trost und Kraft von oben sein soll, damit wir es wagen: damit wir uns aufmachen, auch wenn es Dunkel ist, damit wir die Hände falten oder zum Himmel heben, damit wir am Gebet bleiben und darauf vertrauen, dass unser Bitten und Flehen nicht vergeblich ist. Wir brauchen den Geist von oben, wir brauchen Gottes Hilfe, der die Herzen zu sich erhebt, damit das Vertrauen  wachsen und der Glaube stark werden kann. Bitten wir um diesen Beistand, damit wir festhalten am Gebet, beharrlich und hartnäckig zuweilen. Klopfen wir an bei Gott. Wir werden staunen, wenn die Tür aufgeht. Wir werden nicht davongejagt.  Der gute Freund tritt heraus - nicht missmutig und verärgert, sondern darüber erfreut, dass wir da sind. Die heilige Teresa von Avila hat einmal gesagt: „Das Gebet ist meiner Ansicht nach nichts anderes als ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil er uns liebt.“  Gott speist uns nicht ab. Er wird uns schenken, was wir zum Leben brauchen: Brot des Lebens und Liebe, Kraft und Trost und seinen Beistand in dieser Welt.  Nicht immer also muss es die Not sein, die uns dazu bringt, bei dem Freund anzuklopfen Manchmal ist es die Freude, die Sehnsucht, die Dankbarkeit. In jedem Fall wissen wir – wenn wir anklopfen, werden wir gehört. Wir stören nicht. Wir werden erwartet. Und wer dann in der Tür steht und uns aufmacht, freut sich, dass wir kommen. Amen.


Ermutigung oder Ärgernis – das Lied der Unmündigen. Predigt über Matthäus 21,14-17 am Sonntag Kantate (14.5.2017)

Und es kamen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie. Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen (Psalm 8,3): »Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet«? Und er ließ sie stehen und ging zur Stadt hinaus nach Betanien und blieb dort über Nacht. Als er aber am Morgen wieder in die Stadt ging, hungerte ihn. Und er sah einen Feigenbaum an dem Wege, ging hinzu und fand nichts daran als Blätter und sprach zu ihm: Nie mehr wachse Frucht auf dir in Ewigkeit! Und der Feigenbaum verdorrte sogleich. Und als das die Jünger sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt? Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr solches nicht allein mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird's geschehen. Und alles, was ihr bittet im Gebet: so ihr glaubt, werdet ihr's empfangen. (Lutherbibel 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft)

 

Denen muss es die Sprache verschlagen haben! Den Klerikern und Schriftgelehrten. Denen, die den Ton an – und den Takt vorgeben, denen, die zu bestimmen haben, was man singt und wie man singt – im Haus des Herrn und in seinen Vorhöfen. Singt dem Herrn ein neues Lied? Die Tonangeber ärgern sich. Die Taktvorgeber sind sauer. Sie nehmen Anstoß an Jesus. Und sie ärgern sich – über kleine Kinder. Die singen und tanzen für den Herrn und lassen sich nicht stören von den streng dreinblickenden Herrschaften im Priestergewand. „Hosianna dem Sohn Davids“, singen sie.  Das können die Tonangeber nicht vertragen. „Pst!“ zischen sie. „Haltet den Mund! Wo kommen wir denn da hin, wenn schon die Kinder hier herumtanzen und singen!“ Weil sich die aber davon nicht beeindrucken lassen, wenden die Priester und Schriftgelehrten sich jetzt an  Jesus. In ihm sehen sie den eigentlichen Ruhestörer, den Urheber dieses neuen Liedes, das aus den Kinderkehlen zum Himmel steigt.

 

„Hörst du auch, was diese sagen?“ herrschen sie ihn an. Ist das nicht unerhört? Vorwurfsvoll ist der Ton. „Du hast sie zum Singen gebracht! Bring sie also auch zum Schweigen!“  fordern sie. Aber Jesus überhört die bitteren Untertöne, den unausgesprochenen Befehl, die verborgene Drohung. „Ja!“ sagt er. „Ich höre was, sie singen. Und dann gießt er wohl noch etwas Öl ins Feuer. „Habt ihr nie gelesen: Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet! So steht’s geschrieben. Gott selbst bereitet sich dieses Loblied. Wie sollte ich es da unterbinden?“ Und so lässt er sie stehen – sprachlos, mit einem Haufen Ärger im Herzen und einen Haufen Scherben im Tempel.

 

Dort hat es gescheppert und gekracht. Noch vor dem Tanz und Gesang der Kinder, aus deren Mund sich Gott das Lob zubereitet hat, das ihm die Schriftgelehrten und Priester schuldig geblieben sind. Die haben sich lieber mit anderen Dingen beschäftigt. Vor allem damit, wie Geld herein kommt, ins Gotteshaus. Und wie man sich mit den Mächtigen in der Welt arrangiert. Wie man den eigenen Status sichert, die Interessen des Tempels und des Volks schützt. Mit Argusaugen haben sie darauf geachtet, wer denn würdig ist und wer nicht. Würdig genug, um den Tempel zu betreten. Die Kinder waren das nicht. Die waren unmündig und unwürdig. Und ebenso wenig die Kranken, die mit äußerlichen und innerlichen Gebrechen gekommen waren. Die durften den Tempel nicht entweihen mit ihrem Anblick, mit ihrem Elend, mit der Schuld, die sie vielleicht auch nicht mit sich herumschleppten. Gott wird schon wissen, warum er sie so gestraft hat, mit ihren Gebrechen.

 

Würdig waren die anderen – die Händler zum Beispiel, die Geldwechsler. Die haben ihre Standgebühren bezahlt. Die haben die Wirtschaft angekurbelt. Die haben Geld ins Haus gebracht, die heidnischen Münzen umgetauscht in die Tempelwährung. Die Händler waren willkommen, die rund um den Tempel ihre Stände aufgebaut haben. Ein Ort der Stille war das Gotteshaus sicher nicht. Da wurde rund um die Heiligen Hallen gefeilscht, diskutiert, gestritten – wohl auch gesungen und gebetet. Die Luft war laut von den Stimmen der Menschen, den Klimpern der Münzen, den Gurren der Tauben, die man gekauft hat, um sie schlachten zu lassen, den Blöken und Jammern der anderen Tieren, die ebenfalls dazu da waren, um geopfert und dann verbrannt oder gegessen zu werden. Die Händler, die Priester, die Zahlungskräftigen, die Gesunden, die Frommen, die Reinen waren willkommen. Und die Priester haben darauf geachtet, dass das so bleibt.

 

Und dann ist dieser Rabbi aufgetaucht, hat sich eine kleine Peitsche geflochten und die Tische mit dem Geld umgestoßen und  die Stände mit den Taubenkäfigen. Da war was los. Die Händler haben geflucht, gejammert oder nach den Soldaten gerufen. Die Frauen haben gekreischt, vor Schreck oder aus Belustigung, so stelle ich mir das vor. Vielleicht haben einige auch beschämt den Blick zum Boden gerichtet. Dann haben sie verstanden, was Jesus gesagt oder besser zornig gerufen hat: Der Tempel soll ein Bethaus sein! Ihr habt eine Räuberhöhle daraus gemacht. Vielleicht war dieser Auftritt nicht einmal so medienwirksam, wie wir uns das in der Phantasie ausmalen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass einige von den Tumulten gar nichts mit bekommen haben. Groß kann der materielle Schaden nicht gewesen sein. Jedenfalls auf den ersten Blick. Dazu waren zu viele Händler im Tempel und zu viele Tische aufgestellt.

 

Den Schriftgelehrten und Priester, die den Ton angeben und den Takt vorgeben, den Hütern von Recht und Ordnung, hat aber gereicht, was geschehen ist. Die haben nämlich mitbekommen, was Jesus in Wahrheit umgestoßen hat – die heilige Ordnung, über die sie gewacht haben, damit jeder sie einhalte, die Gesetze und Bestimmung, was rein und unrein ist, was würdig und unwürdig ist. Und sie haben wohl geahnt, dass sie als Würdenträger gar nicht zu den wahrhaft Würdigen gehörten. Würdig sind auf einmal die anderen. Die bis dahin allenfalls im äußersten Bezirk weilen durften, bei den Heiden, bei den Unreinen. Die Lahmen und Kranken, die Blinden, die Aussätzigen – und die Unmündigen, die Kinder zum Beispiel, die jetzt herumspringen und dem Herrn ein neues Lied singen, weil er Wunder tut. Das Wunder, dass Gott die Dürftigen aus dem Staub hebt, wie es die Schrift sagt.

 

Gleich nach seinem Auftritt im Tempel wird berichtet, wie die Blinden und Lahmen zu Jesus gehen und wie sie geheilt werden. Als ob Gott noch eins drauf setzt, als ob er sich einverstanden erklärt mit diesem Jesus. Die Kinder machen den Mund auf, während die Blinden sich noch staunend die Augen reiben, während die ehemals Lahmen sich recken und strecken, um dann vorsichtig die ersten zögernden Schritte zu wagen und die Händler vor sich hin schimpfend ihre Tische wieder aufstellen oder im Geist ihre Beschwerdeschriften formulieren.

 

Hosianna, dem Sohne Davids! singen sie mit ihren hellen Stimmen. So begrüßt man einen König! Ob sie das gewusst haben, die Kinder? Sie haben es sicher gespürt: dieser König legt andere Maßstäbe an, urteilt nach anderen Grundsätzen darüber, was würdig und unwürdig ist. Der Blick der Kinder ist oft noch unverstellt. Hosianna, dem Sohne Davids... rufen sie, während sie hin und her springen. Wörtlich heißt das, was sie rufen,  hilf doch! Gemeint ist der Gott Israels. Hilf doch dem, der am Boden liegt und nicht hochkommt. Hilf dem, der niedergedrückt wird, hilf dem Unwürdigen, dem Rechtlosen. Weil Gott kommt und hilft, ist aus dem Hilfeschrei ein Jubelruf geworden.

 

So erleben sie es, die großen und die kleinen Kinder Gottes. Sie erleben, wie Gott kommt und hilft. Gott kommt und hilft durch den Menschen aus Nazareth, der den Blinden die Augen öffnet, dem Lahmen beim Aufstehen hilft. Da können sie nicht anders. Sie müssen den Mund auftun und das Schriftwort erfüllen, dass von ihnen sagt: Gott schafft sich sein Lob aus dem Mund der Säuglinge und der Unmündigen.  

 

Nach diesem Vorfall zieht sich Jesus zurück nach Bethanien, wo er die Nacht über bleibt. Am Morgen bekommt er Hunger und möchte Feigen pflücken. Aber der Baum, an dem er vorbeikommt, trägt nichts als Blätter. Nun wachse auf dir niemals mehr Frucht! sagt er zornig und die Jünger können mitbekommen, wie der Baum verdorrt. Fast könnte man Mitleid mit dem Baum bekommen. Für mich ist diese Szene eine Mahnung. Pass auf dich auf! sagt sie mir. Was lässt dich blühen, was lässt dich vertrocknen?

 

Jesus sagt zu seinen Jüngern: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, werdet ihr größeres Tun als das, was jetzt gerade geschehen ist. Es geht um unseren Glauben, um unser Vertrauen zu Jesus, dem Sohn Davids, durch den Gott hilft. Der lässt mich blühen und Frucht bringen! Der lässt mich das neue Lied singen, das mir Gott in den Mund legt. Das Lied von der Erlösung, von meiner Erlösung. Der Glaube und das Vertrauen sorgen dafür, dass ich nicht zu einem verdorrten, vertrockneten Schattengewächs werde. Der Glaube geht aus der Deckung, wägt nicht ständig das Für und Wider ab. Der Glaube kalkuliert nicht. Der Glaube wagt etwas. Er singt an gegen die Dunkelheit, gegen den Unglauben, gegen die Angst, gegen die Einwände der Vernunft. Die Unmündigen, die Kinder, haben das gespürt und dem Herrn ein neues Lied gesungen. Wie tief sich Gott zu unser herunterbeugt, vor allem zu denen, die am Boden liegen! Die bekommen neue Lebenskraft. Gott wendet sich den Menschen zu – wer das zu spüren bekommt, hat Grund, Gott zu loben.

 

 Gottes Hand reicht in die tiefsten Tiefen der Nacht reicht, in die Nacht des Zweifels, der Schuld, der Vergänglichkeit, der Ohnmacht, der Verlassenheit, der Einsamkeit. Daran sollen wir nicht zweifeln. Der Zweifel trocknet uns aus und wir werden wie der vertrocknete Feigenbaum.  Das Festhalten an starren Ordnungen, trocknet uns aus. Vor allem, wenn diese Ordnungen andere am Leben hindern, anderen den Zugang zu Gott verbauen. Die Angst, der Kleinglaube lässt meine Lippen und meine Kehle trocken werden, so dass ich nicht singen kann und auch nicht glauben. Wir brauchen wohl immer wieder einmal den offenen Blick der Unmündigen und ihre Stimmen, die uns aufhorchen lassen, damit wir wieder aufmerksam werden auf den einen, der doch da ist – der eine, der helfen kann, der sich zu uns herabbeugt, um uns aufzurichten, uns ins Leben zu führen. Lassen wir uns aufrichten, lassen wir uns die Augen öffnen, das Herz, die Sinne. Vertrauen wir darauf, dass er uns ins Leben heben wird, nach dem wir uns sehnen und das wir uns aus eigener Kraft nicht erreichen können. Dann haben wir Grund mit einzustimmen in das Lob der Säuglinge und der Unmündigen. Wir singen dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder – an uns und manchmal vielleicht auch durch uns. Amen.

 



Mit dem Kraftquelle verbunden – eine evangelische Heiligenpredigt anlässlich eines Feuerwehrjubiläums 

Jesus sagte: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger. (Lutherbibel 2017, herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft)

Um die Jünger Jesu geht es heute. Und zwar um eine ganz besondere „Spezies“ von Jüngern. Und es geht darum, woher sie ihre Kraft beziehen, die Kraft und den Mut, die Liebe und die Hingabe für ihren Dienst. Die Jünger werden mit den Reben an einem Weinstock verglichen. Die Reben können von sich aus nichts tun. Sie beziehen ihre Kraft vom Weinstock. Der ist die Kraftquelle. Jesus bezeichnet sich als der wahre Weinstock. Mit ihm sind sie verbunden, die Jünger. Aus dieser Verbindung heraus leben sie, von dieser Verbindung her erhalten sie alles, was sie brauchen. Nun will ich aber heute aber von einer ganz besonderen Spezies von Jüngern sprechen und von ihrem Dienst, ihrem Engagement. Und von ihrer Ausrüstung.

Zeitungsleute verwenden gerne einprägsame Überschriften für ihre Artikel. Da habe ich vor einiger Zeit einmal gelesen: „Floriansjünger im Einsatz!“ Das Bild dazu zeigte an, wer mit den Floriansjüngern gemeint war – die Feuerwehrleute.  Dieser Begriff hat sogar Eingang in den Duden gefunden. Dort wird gesagt, dass er zur scherzhaften Verwendung gebraucht wird. Ich sehe das nicht so. Ich hab einmal nachgelesen, wer dieser Florian eigentlich war und möchte Ihnen ein wenig von ihm erzählen. Das wird also heute eine evangelische Heiligenpredigt. Aber so etwas darf es auch geben. Man soll, so das lutherische Augsburger Bekenntnis im 21. Artikel, „der Heiligen gedenken ..., damit wir unseren Glauben stärken, wenn wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren und wie ihnen durch den Glauben geholfen worden ist...“  Ich möchte Ihnen also ein wenig von diesem Florian erzählen, der vor wenigen Tagen seinen offiziellen Gedenktag hatte, und der zum Schutzpatron der Feuerwehrleute erhoben wurde.

Da müssen wir allerdings einen weiten Weg zurück in die keineswegs gute alte Zeit legen. Ich spreche vom frühen Mittelalter – dem 4. Jahrhundert nach Christus, hinein ins benachbarte Österreich. Dort lebte ein römischer Beamter in Cetium, dem heutigen St. Pölten. Raue Zeiten waren das. Besonders für Christen. Die hatten es schwer unter dem Kaiser. Diokletian in Rom hielt sich für einen Gott. Weil ihm die Christen die Anbetung verweigerten, sollten sie ausgerottet werden. Deshalb machte sich sein Statthalter Aquilinus daran, das Edikt seines Kaisers auszuführen. Schnell wurden die Christen in seiner Provinz aufgespürt und eingesperrt. Die meisten von ihnen blieben dem Glauben treu - trotz Folter und drohender Todesstrafe. Auch viele Soldaten. Ein römischer Beamte aus Cetium -  ein Offizier -  machte sich deshalb auf den Weg, um ihnen beizustehen. Es ist Florian - den wir auf Bildern häufig mit Helm und Fahne sehen. Ein Wassergefäß trägt er in der Hand, um ein brennendes Haus zu löschen.  Auch er wird verhaftet, gefoltert und zum Tod verurteilt.

Mit einem Stein um den Hals hat man ihn in die Enns geworfen. Das war im Jahr 304. Man erzählt sich in vielen Legenden, dass Florian die Augen zum Himmel erhoben und Gott um Kraft gebeten hat, dem Glauben treu zu bleiben. Beim Verhör vor dem Statthalter - als man es im Guten mit ihm versucht hat, beispielsweise. Um Kraft hat er gebeten, Kraft zum Glauben und zum Gottvertrauen, als die Versuchung groß war, den eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen und erst recht später, als man ihn schließlich auf die Brücke geführt hat, um ihn ins Wasser zu werfen. Vielleicht ahnen wir da,  wie Jesus es gemeint hat, wenn er sagt: „ohne mich könnt ihr nichts tun“. Und „wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und e wird euch widerfahren.“ Ob damit die Bitte gemeint war, der Versuchung zu widerstehen,  alles hinzuschmeißen, den Glauben zu verleugnen. Es wäre so leicht gewesen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Florian -  ein Jünger, der zum Mut gefunden hat und zum Vertrauen, der  ist also zum Schutzpatron der Feuerwehrleute geworden. Floriansjünger werden sie genannt. Vielleicht, weil auch ihnen Mut und Vertrauen abverlangt wird. Nicht nur, wenn’s brennt, werden sie gerufen. Auch, wenn die Wasserleitung platzt und der Keller leer gepumpt werden muss, wenn sich ein Wespen ein Nest unter der Dachrinne gebaut haben oder wenn sonst Hilfe nötig ist. Wenn man vor verschlossenen Türen steht und sich nicht anders zu helfen weiß, wenns auf der Landstraße gekracht hat und die Unfallstelle abgesichert werden muss. Dann muss die Feuerwehr ran. Und wenn’s gefährlich wird, wenn’s um Minuten geht, dann erst recht. Mut braucht’s dazu, um Floriansjünger zu sein und Liebe zu Gott und zum Nächsten. Und noch etwas – Sinn für Gemeinschaft, Liebe zum Nächsten und vielleicht auch zum Ort, an dem man lebt. Auch da können die Floriansjünger ein Vorbild sein. Wir leben heute in sicheren Verhältnissen, anders als Florian. Doch die Götter, die unsere Aufmerksamkeit beanspruchen, sind immer noch da. Sie heißen heute Gleichgültigkeit, Gedankenlosigkeit, Egoismus. Wie groß ist heute die Versuchung, sich zurückzuziehen ins Idyll der eigenen vier Wände, im familiären Biotop, die Welt sich selbst überlassen.

 

Jesus sagt: Wer in mir bleibt, der bringt viel Frucht und manchmal wächst er über sich selbst hinaus. Nicht immer erntet man ein Dankeschön. Jedenfalls nicht von den Menschen. Aber deshalb macht mans ja nicht, sondern Gott zur Ehr und dem nächsten zur Wehr, zur Hilfe, damit Leben gelingt, damit Gemeinschaft gelingt. Jesus sagt: „Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt.“ Vielleicht gehört gelingendes Leben zu dieser Frucht dazu. Denn der Gott, an den wir glauben, will, dass wir uns für das Leben einsetzen, für unsere Mitmenschen.

 

Ein Vorbild soll Florian sein - auch für uns Christen, evangelische wie katholische. Weil er sein Vertrauen auf den Gottessohn setzt wird er zum Vorbild – einer, der seine Kraft aus der Verbindung mit dem Weinstock bezieht. Die Worte Jesu erinnern uns daran, woher uns der Mut zuwächst, woher das Vertrauen und die Liebe zum Mitmenschen uns zuwachsen. Ein Vertrauen, das Mut macht, sich für andere einzusetzen. Ein Vertrauen, das Mut macht, sich selbst und sein Leben dem Herrn anzuvertrauen.  Es ist die Verbindung mit dem Weinstock, es ist der Glaube an Jesus Christus, der für uns sorgt und von dem wir alles bekommen, was wir brauchen, um seine Jünger zu sein. Amen.